Heiligung (1)

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Viele Christen haben in den vergangenen Jahren den Begriff „Heiligung“ (d.h., einen Gott wohlgefälligen Lebenswandel) mit „Gesetzlichkeit“ gleichgesetzt, ihn mit einem verkrampften, pharisäerhaften, ja heuchlerischen (O-Ton: „moralinverseuchten“) Glauben in Verbindung gebracht und dementsprechend abgelehnt. Die dieser Ablehnung zu Grunde liegenden Vorwürfe waren oft nicht aus der Luft gegriffen: Immer wieder haben sich in christlichen Gemeinschaften Verhaltensregeln, Traditionen etc. eingebürgert, die wir so nicht im Neuen Testament finden. Manchmal  wurden sie dem Alten Testament entnommen und – obwohl Gott diese Gebote explizit dem Volk Israel gab – auch auf Christen angewandt. Die so entstandenen Traditionen bekamen ein geistliches Eigenleben, ja höheren Stellenwert als die Heilige Schrift, das Wort Gottes. Eine sehr ähnliche Entwicklung kritisierte der Herr Jesus Christus schon zur Zeit seines irdischen Dienstes an den Pharisäern:

„Da kamen Schriftgelehrte und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus und sprachen: Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? Denn Gott hat geboten: «Ehre deinen Vater und deine Mutter!» Und: «Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.» Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Ich habe zum Opfer vergabt, was dir von mir zugute kommen sollte; der braucht seinen Vater und seine Mutter nicht mehr zu ehren. Und so habt ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen aufgehoben. Ihr Heuchler! Trefflich hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht: «Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber ehren sie mich, indem sie Lehren vortragen, welche Menschengebote sind.»“

(Matthäus 15, 1 – 9)

Neben das Gesetz, das sie von Gott empfangen hatten, stellten die Pharisäer  die „Satzungen der Alten“, Traditionen, menschliche (Zusatz-)“Gebötlein“, Überlieferungen, Interpretationen. Irgendwann nahmen diese menschlichen Worte mehr Platz ein, als Gottes Wort. Damit war der „Tod im Topf“. An die Stelle eines lebendigen Glaubens, der aus der Beziehung zu Gott lebt und aus dieser Beziehung die Kraft empfängt, die göttlichen Weisungen mit Freude einzuhalten, wurde ein starres System ohne geistliche Lebendigkeit. Aber wir wären sehr schlecht beraten, wenn wir nun mit dem Finger auf die bösen, „geistlosen“ Pharisäer zeigen würden. Denn durch die gesamte christliche Kirchengeschichte hindurch können wir ähnliche Entwicklungen aufzeigen. Wo immer menschliche Gebote, Traditionen, Überlieferungen etc. einen Stellenwert einnehmen, der allein dem Wort Gottes gebührt, ja es vielleicht sogar ersetzen, da schwindet das geistliche Leben, muss es schwinden. Der Grund dafür ist ganz einfach. In Johannes 6, 63 sagt der Herr Jesus Christus:

„Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.“

Gottes Worte sind weit mehr als menschliche Worte, Gebote etc. Sie haben eine geistliche Kraft, die weit über ein emotionales Berühren hinausgeht. Gottes Wort schafft neues, ja ewiges (!) Leben. Petrus hatte das erkannt. Denn als der Herr Jesus Christus die Frage aufwirft, ob die Jünger ihn verlassen wollen, antwortet dieser Jünger:

„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.“

(Johannes 6, 68)

„Worte ewigen Lebens“ – Petrus hatte erkannt, dass es dazu keine Alternative gab. Es gibt sie auch heute nicht. Wo immer Menschen aus eigener Kraft Gottes Gebote halten wollen, wo immer Menschen aus eigener Kraft versuchen, „heilig“ zu leben, da müssen sie scheitern (Johannes 15, 5). Wo immer menschliche Gebote neben Gottes Wort gestellt werden, da ist geistlich gesehen der „Tod im Topf“, da degeneriert geistliches Leben zu einem starren System, ja erstirbt früher oder später. Nur an der Quelle des Lebens (Ps. 36, 10), in der lebendigen Beziehung zu Gott und Seinem Sohn, empfängt der Gläubige auch die geistliche Kraft, Gottes Weisungen gemäß zu leben.

Vielleicht haben Sie schon lange Zeit versucht, ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen, aber  es  ist Ihnen nicht wirklich gelungen. Ihr christlicher Lebenswandel ist vielleicht mehr durch Krampf und Kampf gekennzeichnet, als durch Freude und Fülle (Johannes 10,10). Wenn dem so ist, dann lassen Sie doch heute, gerade jetzt, diesem Krampf hinter sich. Wenden Sie sich ab von jeder Art „frommer Gottlosigkeit“, d.h. von einer Frömmigkeit, die, unabhängig von Gott, aus eigener Kraft, versucht Gottes Weisungen zu halten. Wenden Sie sich der einzigen Quelle geistlichen Lebens zu, dem Herrn Jesus Christus selbst. Bekennen Sie Ihm im Gebet, dass Sie aus eigener Kraft ein Gott wohl gefälliges Leben führen wollten. Bitten Sie Ihn, Ihr Leben durch Sein Wort und Seinen Heiligen Geist zu erneuern und Ihnen – vielleicht zum ersten Mal, vielleicht erneut, eine lebendige Beziehung zu Ihm selbst zu schenken. Er wird Ihre Bitte nicht unerhört lassen, denn Er hat versprochen:

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmet auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!“

(Matthäus 11, 28 – 30)

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