Anmerkungen zu „An urgent Message“

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Einige Anmerkungen zu „An urgent Message“
von David Wilkerson (1)

In den vergangenen Tagen stiegen die Aufrufe, die über die Suchanfrage „David Wilkerson“ auf dieses Blog geleitet wurden, in hohem Maße an. Insbesondere das von mit hier gepostete Youtube-Video, das ich mit dem Tag „prophetische Predigt“ versehen hatte, konnte sich über ständig wachsende Besucher- bzw. Leserzahlen freuen. Das besagte Video hatte ich als „prophetische Predigt“ getaggt, weil Wilkerson in dieser Predigt das tut, was  prophetische Rede primär tut: zur Buße und Umkehr aufrufen. Nach neutestamentarischer Definition ist Weissagung „zur Erbauung, Ermahnung und zum Trost“ (vgl. 1. Korinther 14, 3). Erst im weiteren Sinne wird Weissagung oder Prophetie auch mit der Vorhersage zukünftiger Dinge verbunden. Aber das ist nicht der primäre Fokus.
Ich denke jedoch, dass die Blogbesucher bzw. Leser eigentlich etwas  ganz anderes  als die zwei von mir geposteten Videos gesucht haben, denn am 7. März veröffentliche David Wilkerson auf seinem Blog einen Artikel mit dem Titel „An urgent message“ („Eine dringende Botschaft“).
Viele werden diese Botschaft wohl als „prophetisch“ und zwar in dem Sinn, dass Zukünftiges vorhergesagt wird, betrachten.  Aber entspricht der Aufruf Wilkersons wirklich den diesbezüglichen biblischen Maßstäben?
Ehe ich dazu einige Aussagen treffe, möchte ich jedem Leser versichern, dass ich die evangelistischen Bemühungen von David Wilkerson und seiner Organisation sehr zu schätzen weiß. Trotzdem müssen wir jede Lehre prüfen, ganz unabhängig davon, wie sympatisch uns die Person, die sie bringt, auch ist und welche Verdienste sie auch vorzuweisen hat. Denn das ist die Aufforderung der Heiligen Schrift, dem Wort Gottes, an uns (vgl. 1. Thessalonicher 5, 20 – 21).

Darum nun einige Anmerkungen bzw. Fragen zu „An urgent Message“:

Zuerst muss gefragt werden, warum David Wilkerson diese dringende Warnung an  Christen richtet. Nach den Aussagen des Neuen Testaments steht eine gottlose Welt unter dem Gericht Gottes, nicht aber die Versammlung  (Gemeinde/Kirche)  Jesu Christi (vgl. 1. Thessalonicher 5, 9; 1. Thessalonicher 1, 9 – 10; Kolosser 3, 5; Johannes 3, 36).  Warum wird diese Botschaft, wenn es sich um eine prophetische, dringende Gerichtsbotschaft handelt, dann nicht über alle nur möglichen Kanäle der Welt zur Buße gepredigt, sondern unter Christen verbreitet?
Daran schließt sich gleich eine andere Frage an: Warum braucht es diese „neue“ dringende Botschaft, dass das göttliche Gericht sich vollziehen wird? Warum genügen nicht die Aussagen zum kommenden göttlichen Gericht, wie wir sie schon in der Heiligen Schrift finden?

Zweitens muss auf Folgendes hingewiesen werden: David Wilkerson gebraucht in seiner „dringenden Botschaft“ mehrfach das Alte Testament (z.B. Jeremia 18, 11-12; Psalm 11, 6) um daraus dann aber ein Gericht über die abgefallene Christenheit abzuleiten. Auch versucht er mit Stellen aus dem Alten Testament (z.B. Psalm 11, 3) den Christen Wegweisung dafür zu geben, wie  diese sich im Vorfeld des kommenden Gerichtes verhalten sollen. Beides aber halte ich für nicht zulässig, da das Volk Israel und die Versammlung (Gemeinde/Kirche) in der Heiligen Schrift zwei klar unterschiedene Körperschaften sind. Darauf habe ich bereits in verschiedenen Artikeln hingewiesen, eine Zusammenfassung findet sich in dem Artikel: „Überblick über die Unterschiede zwischen Israel und der Versammlung (Gemeinde/Kirche)“.

Abschließend sei noch der sehr konkrete Rat hinterfragt, den David Wilkerson seinen Lesern gibt. Er schreibt: „Zunächst gebe ich euch ein praktisches Wort, das ich als meine eigene Führung erhalten habe. Wenn möglich legt einen dreißig-Tage-Vorrat an mit nicht-verderblichen Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und anderen lebensnotwendigen Dingen. In größeren Städten sind Lebensmittelgeschäfte beim Anzeichen eines bevorstehenden Unheils in einer Stunde leer.“ – Was soll man von diesem Rat halten? Ist das nun eine persönliche Führung Wilkersons oder ein Wort an alle? Richtig deutlich  wird das nicht.

Das Fehlen von Deutlichkeit, ist m. E. etwas, das diese „dringende Botschaft“ auszeichnet. Alles in allem empfinde ich diese „dringende Botschaft“ als unklar und daher auch problematisch. Biblische Prophetien, die Zukünftiges vorhersagen, sind dagegen sehr eindeutig und klar. Sie haben klare Adressaten, geben deutlich an, was geschehen soll und weisen auf konkrete Bußpunkte hin. Was mir bei Wilkersons „dringender Botschaft“ besonders aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass das Gebet für Unerettete, die von diesem Gericht Gottes ja sicherlich betroffen wären, mit keiner Silbe angesprochen wird. Wenn Gott zu uns redet, wird es immer in der einen oder anderen Weise einen Wiederhall in unserem Herzen geben. Aber weder dieses Zeugnis noch eine biblische Bestätigung habe ich bisher für Wilkersons „dringende Botschaft“ finden können.

Was denken/empfinden Sie, wenn Sie Wilkersons „dringende Botschaft“ lesen?

(Folgeartikel hier: https://mt1820today.wordpress.com/2009/03/27/anmerkungen-zu-an-urgent-message-2/)

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12 Antworten zu Anmerkungen zu „An urgent Message“

  1. Dirk schreibt:

    Ich kann Deine Bedenken gut verstehen.
    Es gab und gibt so viele „Propheten“ und vieles ist nicht eingetroffen – das macht müde und es wirkt eher abschreckend, wenn jemand (schon wieder) mit einem „Propheten-Wort“ auftritt.

    Grundsätzlich ist ja zu hoffen, dass sich David Wilkerson irrt. 🙂

    Dennoch:
    So ganz abwegig ist Seine Aussage nicht.
    Die Weltwirtschaftskrise hat begonnen und ist scheinbar noch nicht überall „runtergebrochen“.
    Das Finanzsystem soll stärker kontrolliert werden – aber mancher kritisiert, dass das nur halbherzig geschieht und stattdessen Tonnen von Geld in das kaputte System gepumpt werden.
    Geld – das wahrscheinlich weniger bei den Armen ankommt, sondern tendentiell die Banken und ähnliche Institute stützen soll.
    So viel dazu gepumptes Geld muss Auswirkungen haben: Inflation? Drastische Erhöhung der Steuern (nach den Wahlkämpfen)?

    Wie dem auch sei:
    Ich lege vorerst keinen 30-Tages-Vorrat an, bin aber wachsam.
    Vielleicht einen Apfelbaum pflanzen?

    Segen!
    Dirk.

  2. Pingback: Endzeit-Stimmung « dikosss

  3. JNj. schreibt:

    Hi Dirk,

    „Dennoch:
    So ganz abwegig ist Seine Aussage nicht.
    Die Weltwirtschaftskrise hat begonnen und ist scheinbar noch nicht überall “runtergebrochen”.
    Das Finanzsystem soll stärker kontrolliert werden – aber mancher kritisiert, dass das nur halbherzig geschieht und stattdessen Tonnen von Geld in das kaputte System gepumpt werden.
    Geld – das wahrscheinlich weniger bei den Armen ankommt, sondern tendentiell die Banken und ähnliche Institute stützen soll.
    So viel dazu gepumptes Geld muss Auswirkungen haben: Inflation? Drastische Erhöhung der Steuern (nach den Wahlkämpfen)? “
    All‘ das stimmt, aber all‘ das könnten wir eben auch aus der Bibel wissen. Brauchen wir deswegen eine neue „Prophetie“, noch dazu eine, die so unklar ist? Es hätte ja auch die Möglichkeit gegeben, eine starke Auslegung biblischer Aussagen zu veröffentlichen und so den Leib Christi (neu) auf diese Dinge hinzuweisen … den Mitchristen klar zu machen: Hey, hier erfüllt sich Gottes Wort, bereitet Euch vor, erreicht die Unerettetet, betet … Aber so, irgendwie nicht Fleisch und nicht Fisch …

    „Vielleicht einen Apfelbaum pflanzen?“
    Genau darum geht’s – unsere Apfelbäume sollten Evangelisation und Gebet heißen und beides in allen nur denkbaren Art. ABER genau diesen Hinweis vermisse ich in Wilkersons „urgent message“ und das hat schlussendlich den Ausschlag gegeben, dass ich etwas dazu geschrieben habe.

    „Es gab und gibt so viele “Propheten” und vieles ist nicht eingetroffen – das macht müde und es wirkt eher abschreckend, wenn jemand (schon wieder) mit einem “Propheten-Wort” auftritt.“
    Falsche Prophetie kann auch sehr subtil den Glauben an Gottes Wort bzw. Gott an sich unterminieren. Ich bin da in gewisser Weise ein „gebranntes Kind“. Ein Groißteil meiner familie gehört(e) zur NAK. Vielleicht sagt Dir der begriff „Bischoff-Botschaft“(„Stammapostel Bischoff verkündigte, Christus werde zu seinen Lebzeiten kommen und alle treuen Neuapostolischen mit sich nehmen.) etwas? Von dem 1960-Desaster (Bischoff starb ohne dass Christus kam [Markus 13, 32]) haben sich einige meiner Angehörigen, die das als Kinder miterleben mussten, glaubensmäßig bis heute nicht erholt …

    Solche und ähnliche Dinge sollten uns jedoch nicht davon abhalten über (biblische) Prophetie zu sprechen, zu lehren oder zu predigen. Ganz im Gegenteil. Man kann eine solide Lehre darüber (für die Gemeinde) auch mit Evangelisation verbinden.

    Mal schau’n, vielleicht: Demnächst auf diesem Blog …

    Gottes Segen nach B.
    JNj.

  4. Lukas schreibt:

    Hmm… meiner Meinung nach hat Wilkerson damit ein Ziel verfolgt, was er auch erreicht hat:
    Viele Christen (auch Nicht-Christen) beginnen wieder ernsthaft darüber nachzudenken, was die Bibel über das Ende der Welt sagt. Der Augenmerk ist in den letzten Jahren/Jahrzehnten doch davon abgekommen.

    Ich bin der Meinung, dass das sein Ziel war, die Menschen aufzurütteln, damit sie bereit sind, wenn er wie der „Dieb in der Nacht“ wiederkommt.
    Und dass das bald passiert („bald“ ist relativ, auch 100/500/… jahre können „bald“ sein), das steht ja (aus biblischer Sicht) außer Frage…

    Ich weiß nicht, ob das seine Absicht war, aber ich könnte es mir vorstellen: Uns aufzurütteln, damit wir bereit sind.

    Und das sollten wir uns auf alle Fälle zu herzen nehmen!!!

    Jeder sollte aber in der Frage eben Gott selbst fragen und ihn um Rat bitten. Denn wir können nur spekulieren, aber Gott weiß es 🙂
    (Ich bin deshalb z.B. im Moment der Meinung, dass es wohl eher noch ein bisschen (Monate oder Jahre) dauern wird bis dahin… aber meine Meinung 🙂 )

    Grüßle
    God bless you all
    Lukas

  5. Roger Swainson schreibt:

    Ich finde die Antworten oben sehr religiös, muss erhlich sagen.
    Joseph hat einen Traum bekommen. Nicht war?
    Gott hat ihm einen Traum gegeben die die Zukunft
    betrifft.
    Durch die Massnahmen er ergriffen hat, könnte er Den Ägypten und sogar seine Familie retten.
    Ich glaube an einem Gott der sehr unreligiös ist, und sehr praktisch ist.
    Wenn Gott etwas zu sagen hat, durch David Wilkerson, z.B. was sollen wir tun?
    Ich glaube, biblisch gesehen, wir sollen praktische Schritte nehmen, und alle Art von religiöse Tendenzen aus dem Fenster schmeissen.
    Gebet ist eine praktische Schritt, aber richtige praktische Pläne zu machen ist auch biblisch.
    Jesus im Lukas Evengelium Kapitel 21 v. 34 – 36 hat auch eine Warnung gegeben, und gebunden damit, praktische Schritte und Massnahmen gegeben.

    Be good. Be Godly.

  6. Lukas schreibt:

    Generell gebe ich dir schon Recht, aber das Problem ist erst mal, sich sicher zu sein, dass das wirklich eine Prophetie/Warnung von Gott ist. Denn es heißt nicht umsonst in der Bibel, dass man erst man alles prüfen soll und nur das Gute behalten soll…
    Und das kann man durch praktische Schritte nicht herausbekommen, sondern eben nur durch Gebet. Das finde ich auch nicht religiös, im Gegenteil. Gebet bedeutet eine lebendige Beziehung zu Gott -> nichts religiöses

  7. ron brown schreibt:

    Ich denke, dass es war, im November 2008 dass ich eine Mitteilung auf einer deutschen Radiostation hörte. Leute sollten einen sieben- Tage -Voratt legen. Excuse my German!
    Ich schäme mich, das ich David Wilkerson `s Wörter vom Gott vor vielen Jahren in Frage stellte. Das Problem ist heute, dass viele Christen wissen nicht, wie schlecht die Weltsituation ist. Der Prinz der Luft ist so offen geworden, aber viele Christen sind zu seinen Taktiken noch blind. Hör auf die Wörter von David Wilkerson. Schau auf welchem Jerry Golden sagt. Mag Gott Sie im Namen Jesus Christus segnen!

  8. JNj. schreibt:

    Hi Ron,
    thanks for your comment. Your german is quite good, feel free to write and comment!
    I have some earnest questions: What do you mean by mention John Gold? I don’t know him and qould like to know what you mean. Is he a minister? The seven day supply you mentioned in what a situation should this has helped you? You speak of a seven day suplly, Wilkerson of a 30 day suplly. What would be better? Please understand, I’m not unaware of the difficut times we are living in. But I think the most dangers christians are facing are in the spiritual realm, not the physical.
    I really like to know how you see this things.
    God bless you,
    JNj.

  9. ron brown schreibt:

    Hi JNj. Jerry Golden is a Jewish Christian. Google his name and you will find his site which is very informative. The radio message was that a 7 day supply should always be stored for emergencies. I find that the timing of this broadcast is most interesting due to the world situation. I think a 30 day supply ( or more ) is better of course. As Christians, our fight is a spiritual one, to stand on our faith in the Lord Jesus Christ! We experience this battle in the physical world. Laws against God and our faith. Lack of morals by Christians and others. Jesus Christ tells us to watch for the signs of His coming ( physical world signs). The world and some Christians have been blinded by the enemy. Secret Satantic organisations have prepared the way before our eyes ,for their Anti-Christ to appear. Information about this group has been researched by Christians and non-Christian reseachers. Sadly, many Christians are not aware of how urgent the world situation is.
    Thank God for brother David Wilkerson and others who are sounding the alarm. David´s message as I understood it, is to prepare spiritually and physically as well as one can. Of course, the spiritual preparation is the most important. When the spirit is prepared by faith in Jesus Christ, then we prepare our physical selves by obedience to God´s word and His prophets.

    We are seeing that the world, especially the USA at this time, is experiencing a physical change of the world system. God´s word has warned us as a preparation for this time that we live in. God´s present day prophets are warning us now.

    But will we listen?
    Ron

  10. Silvan schreibt:

    Hi JNj ! Bruder, ich bin in der gleichen Situation wie du, meine ganze Family ist in der NAK!
    (…)
    Liebe Grüße
    Silvan

  11. JNj. schreibt:

    Lieber Silvan,

    ich habe Deinen Eintrag per Mail beantwortet, weil er viel Persönliches enthielt.
    Liebe Grüße,
    JNj.

  12. Manuma schreibt:

    Hallo JNj
    Vielen Dank für deine ausführliche Recherche betreffend des Mails von David Wilkerson. Bei uns in der Gemeinde wurde dieses Mail im Gottesdienst vorgelesen, und ich hatte von den ersten Zeilen an ein sehr ungutes Gefühl. Der letzte Satz man soll all seinen Freunden und Bischöfen diese wichtige Nachricht mitteilen, hat mich sehr misstrauisch gemacht. Wieso Bischöfe, und wieso nur den Mitchristen? Ich bin dir sehr dankbar, dass du deinen Blog aufgeschaltet hast und ich auf Leute treffe, die diese Nachricht auch kritisch betrachten und nicht gleich nach der Pfeife tanzen. Vielen Dank.

    Gottes Segen für euch alle.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz,
    Manuma

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