Hintergrund 20: Das Matthäusevangelium (Teil 1)

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Synagoge in Kafarnaum * Foto: Berthold Werner via Wikimedia Commons

Zum historischen Hintergrund des Matthäusevangeliums

Obwohl Matthäus – wie alle anderen Evangelisten auch –  sein Evangelium nicht namentlich gekennzeichnet hat, gibt es zahlreiche Belege dafür, dass es sich bei diesem Apostel um den Autor des gleichnamigen Evangeliums handelt. Diese Belege finden wir im Matthäusevangelium selbst, aber auch in den Schriften der so genannten frühen Kirchenväter. Irenaeus, der Bischof von Lyon (ca. 130 n. Chr. 200 n. Chr.), bezeugt in seiner Schrift “Gegen die Häresien“, dass “Matthäus unter den Hebräern in ihrem Dialekt eine Evangeliumsschrift verfasste“¹ und er identifiziert diesen Matthäus eindeutig als den Apostel Matthäus². Die Autorenschaft des Apostels Matthäus wird ebenso durch Polycarp, Clemens von Rom, Clemens von Alexandria, Justin dem Märtyrer, Tertullian, Origines (gest. 254 n. Chr.), Pantänus (gest. 200 n. Chr.), Chrystostomus (gest. 407 n. Chr.) und Eusebius (ca. 260/64 n. Chr. – 340 n. Chr.) bestätigt.² Eusebius von Cäsarea  erwähnt in seiner Kirchengeschichte unter den Aposteln besonders Matthäus und Johannes als Autoren von Evangelien, die dann nach dem jeweiligen apostolischen Verfasser  benannt wurden³.
Das Evangelium selbst gibt an vielen Stellen Hinweise auf den Jünger und späteren Apostel Matthäus als Verfasser dieses Evangeliums: Als Zöllner und Steuerbeamter der Römer war Matthäus selbstverständlich in der Lage zu schreiben und zwar in den damals gebräuchlichen Sprachen. Auch das Erstellen von genauen und detaillierten Berichten war eine Fähigkeit, die für diesen Beruf verlangt wurde und  die ihm bei der Abfassung seines Evangeliums zu Gute kam. Werner G. Marx hat in „Money Matters in Matthew“4 darauf hingewiesen, dass kein anderes Evangelium so umfangreiche Angaben zu den verschiedenen Geldsorten macht, die in Israel zur Zeit Jesu im Umlauf waren, wie das Matthäusevangelium. So werden im Matthäusevangelium monetäre Begriffe benutzt, die sich sonst nirgendwo finden, so z. B. die Steuer der Doppeldrachme (Matthäus 17, 24), das Vier-Drachmen-Stück (Matthäus 17, 27) und die in Matthäus 18, 24 erwähnten “Talente“. Dieser Begriff wird auch in Matthäus 25, 15 erwähnt, womit eine sehr große Geldsumme impliziert wird. Auch andere, spezifisch mit dem Beruf des Zöllners im Zusammenhang stehende Begriffe werden in diesem Evangelium gebraucht: “Schuld“ (“ὀφειλή“ / “opheile“) in Matthäus 18, 32, “Rechenschaft“  bzw. “Abrechnung“ (“συναίρω“ / “synairō“) in Matthäus 18, 23 – 24  und “Geldwechsler“ (“τραπεζίτης“ / “trapezites“) in Matthäus 25, 27. Der Verfasser war außerdem ein mit der Geographie Israels sehr gut vertrauter Jude (vgl. Matthäus 2, 1 + 23; Matthäus 3, 1 + 5 + 13; Matthäus 4, 12 – 13 + 23 – 25; Matthäus 8, 5 + 23 – 28; Matthäus 14, 34; Matthäus 15, 32 + 39; Matthäus 16, 13; Matthäus 17, 1; Matthäus 19, 1; Matthäus 20, 29; Matthäus 21, 1 + 17; Matthäus 26, 6). Ihm waren die jüdische Riten, die Alltagsgebräuche und  die unterschiedlichen Gruppen innerhalb der jüdischen Gesellschaft gut bekannt (vgl. Matthäus 1, 18 – 19; Matthäus 2, 1 + 4 + 22; Matthäus 14, 1; Matthäus 26, 3 + 57 + 59; Matthäus 27, 2 + 11 + 13). Wie wir unter dem Punkt “Zur Zielgruppe des Matthäusevangeliums“ noch sehen werden, verfügte er auch über umfangreiche Kenntnisse der altestamentarischen Schriften und wußte die prophetischen Verheißungen im Zusammenhang mit seinem Evangelium auch zu deuten (vgl. Matthäus 1, 2 – 26; Matthäus 2, 6 + 15 + 17 – 18 + 23; Matthäus 4, 14 – 16; Matthäus 8, 17; Matthäus 12, 17 – 21; Matthäus 13, 35; Matthäus 21, 4 – 5; Matthäus 27, 9). Verschiedene  Kommentatoren weisen darauf hin, dass die Sprache des Verfassers viele eindeutig jüdische Begriffe enthält (vgl. z.B. Matthäus 2, 20 – 21; Matthäus 4, 5; Matthäus 5, 35 + 47; Matthäus 6, 7 + 32; Matthäus 10, 6; Matthäus 15, 24; Matthäus 17, 24 – 27; Matthäus 18, 17; Matthäus 27, 53) und dass der der Gebrauch des Adverbs “τότε“ (“tote“; “dann“, “zu jener Zeit“), der in über 70 Stellen des Matthäusevangeliums gebraucht wird, darauf schließen lässt, dass der Autor aus dem aramäischen Sprachraum kam. Alle diese Details treffen auf den Apostel Matthäus zu. Es fällt außerdem auf, dass der Autor des Matthäusevangeliums Geschehnisse im Zusammenhang mit der Stadt Kapernaum herausstellt (vgl. Matthäus 8, 5 und Matthäus 17, 24). So findet die Stadt z. B. besondere Erwähnung im Zusammenhang mit der Erfüllung der  Prophetie Jesajas in Matthäus 4, 13 – 16 und in Matthäus 9, 1 wird sie als „seine (Jesu) Stadt“ bezeichnet. Auch die Gerichtsrede Jesu gegen die Stadt wegen ihres Unglaubens wird ausführlich geschildert (Matthäus 11, 23).  Diese Zusammenhänge sind insbesondere auf dem Hintergrund, dass Matthäus aus Kapernaum stammte (Markus 2, 1 + 14), interessant.
Die Entstehung des Matthäusevangeliums wird durch konservative Kommentatoren in die Zeit zwischen 40 n. Chr. bis 70 n. Chr. datiert. Für diese frühe Entstehung gibt es verschiedene Indizien: Da Matthäus an zwölf Stellen seines Evangeliums Jerusalem erwähnt und sie zudem als die “heilige Stadt“ bezeichnet, kann man davon ausgehen, dass die Stadt zum Zeitpunkt der Abfassung noch nicht von den Römern eingenommen und zerstört worden war. Im Matthäusevangelium wird außerdem der religiösen Gruppe der Sadduzäer und dem starken politischen Einfluss, den sie in der jüdischen Gesellschaft damals ausübten, sehr viel Raum gegeben. Nach der Zerstörung Jerusalems spielten sie jedoch keine gesellschaftliche Rolle mehr. Auch dies kann als Indiz dafür gewertet werden, dass Matthäus sein Evangelium vor der Zerstörung Jerusalems und damit vor 70 n. Chr. verfasste. Aufgrund der Neudatierung des Papyrus \mathfrak{P}64 (auch als “Magdalen Papyrus“ bekannt) durch den deutschen Historiker und Papyriologen Carsten-Peter Thiede im Jahr 1994, wurde die frühe Entstehungszeit des Matthäusevangeliums aus konservativer Sicht bestätigt5. Als Abfassungsort sind verschiedene Städte im Bereich der Levante vorgeschlagen worden, ohne dass es jedoch dafür eine wirkliche Bestätigung gab. Da Matthäus in Israel lebte und wirkte, wird auch sein Evangelium hier entstanden sein. Zumindest gibt es bis heute keine gegenteiligen Beweise.

Zur Person und zum Dienst des Matthäus

Zum Leben und zum Dienst des Matthäus, dessen hebräischer Name “Gabe Gottes“ bedeutet,  finden wir – im Gegensatz zu den anderen Evangelisten – nur sehr wenige Hinweise im Neuen Testament. Seine Berufung zu einem Jünger des Herrn wird in allen Evangelien und in der Apostelgeschichte bestätigt (vgl. Matthäus 10, 2 – 4; Markus 3, 16 – 19; Lukas 6, 13 – 16 und Apostelgeschichte 1, 13). Er begegnet uns in den anderen Evangelien auch unter seinem Namen “Levi“ (vgl. Markus 2, 14; Lukas 5, 27 + 29).  Nur in den so genannten “Apostellisten“ (vgl. Matthäus 10; Markus 3; Lukas 6 und Apostelgeschichte 1) und im Matthäusevangelium selbst (Matthäus 9, 9) wird der Name Matthäus (auch und gerade in Verbindung mit seinem Beruf als Zöllner) genannt. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass Matthäus den Beruf des Zöllners immer in einem Atemzug mit den “Sündern“ nennt (vgl. Matthäus 9, 11; Matthäus 18, 17 und Matthäus 21, 31 – 32). Interessant ist auch, dass Matthäus dabei  jene Berichte über “Zöllner“ auslässt (z.B. Lukas 18, 9 – 14 und Lukas 19, 1 – 10), in denen diese “gut wegkommen“. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass wir es bei Matthäus mit einem demütigen Menschen zu tun haben, den die Erfahrung der Berufung aus dem bei den Juden sehr verachteten Beruf des Zöllners in die Nachfolge des Sohnes Gottes entscheidend geprägt hat. Dieser Gedanken wird auch dadurch unterstrichen, dass Matthäus in seinem Evangelium über das Essen, das er für den Herrn Jesus und Seine anderen Jünger gab, nur berichtet, dass sie “zu Tische lagen“ (Matthäus 9, 9 – 10), während Lukas davon spricht, dass es sich bei diesem Essen um ein “großes Mahl“  (andere Übersetzungen gebrauchen die Worte “Festessen“ oder “Fest“) gehandelt hat (vgl. Lukas 5, 29).
Über das Leben und Wirken des Matthäus finden sich außerhalb der Angaben im Neuen Testament keine weiteren Informationen.

Zur Zielgruppe des Matthäusevangeliums

Während sich Markus mit seinem Evangelium an Leser aus dem römischen Kulturkreis wendet, Lukas sein Evangelium für einen griechischen Leser verfasste und das Evangelium des Johannes ein Bericht ist, der sich vornehmlich an die Versammlung (= Kirche/Gemeinde) richtet, hatte der Evangelist Matthäus als Zielgruppe seines Evangeliums eindeutig jüdische Leser im Blick. Dies wird an vielen Stellen des Matthäusevangeliums deutlich:

Schon die Verse mit denen Matthäus sein Evangelium einleitet: “Buch des Geschlechts Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams” (Matthäus 1, 1), mussten den jüdischen Leser an die ihm bekannten Aufzählungen der Stammbäume aus dem 1. Buch Mose erinnern. Dort finden sich in 1. Mose 2, 4; 5, 1 und 1. Mose 6, 9 ähnliche Aufzählungen, die mit den Worten: “Dies ist die Geschichte (eig. sind die Geschlechter o. Erzeugungen) … Dies ist das Buch von Adams Geschlechtern … Dies ist die Geschichte (eig. sind die Geschlechter o. Erzeugungen) Noahs ….” beginnen. Weder diese sprachliche Ähnlichkeit, noch die explizite Erwähnung der Abstammung des Messias von David und Abraham wären für Römer oder Griechen von Bedeutung gewesen, für Juden hingegen waren dies wichtige und bedeutsame Hinweise.

Hinzu kommt, dass Matthäus wie kein anderer Evangelist immer wieder die Erfüllung alttestamentarischer Prophezeiungen im Leben, Wirken und Sterben Jesu Christi verdeutlicht. Einige wenige Beispiele dazu:

  • Matthäus 1, 22: “Das ist aber geschehen, auf dass erfüllt wurde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht ….”,
  • Matthäus 2, 17: “Da ist erfüllt, was gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: …”,
  • Matthäus 8, 17: “… auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesajas, der da spricht: ‘Er hat unsere Schwachheiten auf sich genommen und unsere Krankheiten hat er getragen’”,
  • Matthäus 13, 14: “Und über ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt: ‘Mit den Ohren werdet ihr hören, und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen, und werdet es nicht verstehen.”
  • Matthäus 21, 4: “Das geschah aber alles, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: ….” und
  • Matthäus 27, 9: “Da ist erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, da er spricht: ‘Sie haben genommen dreißig Silberlinge , damit bezahlt war der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel …”

Jeder jüdische Leser des Matthäusevangeliums war mit den Schriften der alttestamentarischen Propheten von früher Kindheit- und Jugend an vertraut. Bei römischen oder griechischen Lesern konnte dieses Wissen hingegen nicht vorausgesetzt werden. Mit dem Verweis auf die Erfüllung messianischer Prophetien durch Jesus Christus verdeutlichte Matthäus dem jüdischen Leser zudem, dass der “Sohn des Zimmermanns” nicht nur ein charismatischer Prediger war, der die Massen anzog, sondern der von den Propheten angekündigte und von Israel über die Jahrhunderte ersehnte Messias, der verheißene König der Juden (vgl. Matthäus 21, 4 – 7; 21, 42; 25, 31 [vgl. Sacharja 14, 5; Daniel 7, 13]; 27, 38 [Jesaja 53, 12]).

Aufteilung und Inhaltsübersicht des Matthäusevangeliums

Das Matthäusevangelium enthält 28 Kapitel, die wir in sieben größere Blöcke aufteilen können:

Der erste Block  (Matthäus 1,1 – Matthäus 4, 11) stellt eine Bekanntmachung des von Gott verheißenen und in Jesus Christus erschienen König Israels dar. Diesen Block können wir in vier Abschnitte unterteilen:   a.) Die Abstammung des von Gott verheißenen Königs (Matthäus 1, 1 – 17) und  b.) die Geburt des von Gott verheißenen Königs (Matthäus 1, 18 – 25). c.) Das Aufwachsen des verheißenen Königs: c.a.)  in Erfüllung der Prophetie bzgl. Bethlehem (Matthäus 2, 1 – 12), c.b.) in Erfüllung der Prophetie über Ägypten (Matthäus 2, 13 – 18) und c.c.) in Erfüllung der Prophetie über Nazareth (Matthäus 2, 19 – 23).  d.) Die Vorbereitung des verheißenen Königs (Matthäus 3, 1 – Matthäus 4, 11): d.a.) Sein Herold (Matthäus 3, 1 – 12), d.b.) Seine Taufe (Matthäus 3, 13 – 17), d.c.) Seine Versuchung (Matthäus 4, 1 – 11).

Block II (Matthäus 4, 12 – Matthäus 7, 29) beschäftigt sich mit der Vollmacht des verheißenen und in Jesus Christus gekommenen König Israels. Wir können diesen Block in zwei große Abschnitte einteilen: Der erste Abschnitt (Matthäus 4, 12 – 25) beschreibt die Vollmacht des Dienstes Jesu: die prophetische Ankündigung dieses Dienstes (Matthäus 4, 12 – 16), die Botschaft des verheißenen und in Jesus Christus erschienen Königs (Matthäus 4, 17), die Berufung Seiner Jünger (Matthäus 4, 18 – 22) und die Bestätigung Seines Dienstes durch vollmächtige Zeichen und Wunder (Matthäus 4, 23 – 35). Der zweite Abschnitt (Matthäus 5, 1 – Matthäus 7, 29) gibt die Offenbarungen Jesu über Sein kommendes Königreich wieder: Die Jünger als Empfänger der sogenannten “Bergpredigt“ (Matthäus 5, 1 – 2), die moralischen Kennzeichen des kommenden Reiches Jesu (Matthäus 5, 3 – 16), die Bedeutung wahrer Gerechtigkeit, d.h. der Übereinstimmung mit Gottes Willen, im Leben des Gläubigen (Matthäus 5,. 17 – Matthäus 7, 12), der Eingang in das Reich Gottes und die Kennzeichen wahrer Gläubiger (Matthäus 7, 13 – 27), die Reaktion des zuhörenden Volkes (Matthäus 7, 28 – 29).

Block III (Matthäus 8, 1 – Matthäus 11, 1), in dem Matthäus vollkommene Offenbarung des verheißenen Königs vor Seinem Volk Israel beschreibt, kann  ebenfalls in zwei große Abschnitte eingeteilt werden.  In Abschnitt 1 (Matthäus 8, 1 – Matthäus 9, 34) berichtet uns der Evangelist davon, wie der verheißene König seine macht demonstriert: Jesus Christus heilt (Matthäus 8, 1 – 17), Jesu Autorität über Seine Jünger (Matthäus 8, 18 – 22), Seine göttliche Vollmacht über die Natur (Matthäus 23 – 27), Seine göttliche Vollmacht über die Dämonen (Matthäus 8, 28 – 34), Seine göttliche Vollmacht über Krankheiten (Matthäus 9, 1 – 8), Seine göttliche Vollmacht über Seine Gegner (Matthäus 9, 9 – 17), Seine göttliche Vollmacht in der Wiederherstellung leidender Menschen (Matthäus 9, 18 – 34). Der zweite Abschnitt (Matthäus 9, 35 – Matthäus 11, 1) handelt von der Art und Weise, wie sich die Gegenwart des verheißenen Königs erfahren wird: in Seiner Barmherzigkeit (Matthäus 9, 35 – 38), in Seiner Berufung (Matthäus 10, 1 – 4), in Seiner Beauftragung (Matthäus 10, 5 – 42). Mit Matthäus 11, 1 wird dann der Fortgang der weiteren Ereignisse eingeleitet.

In Block IV (Matthäus 11, 2 – Matthäus 13, 53) schildert der Evangelist die Auseinandersetzungen mit den Gegnern des verheißenen und in Jesus Christus erschienenen Königs. Diesen Block können wir in drei größere Abschnitte einteilen. In Abschnitt 1 (Matthäus 11, 2 – 30) geht es um die in Israel aufkeimende Gegnerschaft des Herrn: der Gefangenschaft und Fragen Johannes des Täufers über bzgl. der Person und der Sendung Jesu Christi (Matthäus 11, 2 – 19), Jesu Weherufe über die Städte Galiläas aufgrund ihres Unglaubens (Matthäus 11, 20 – 24), der Aufruf Jesu zur Umkehr und Nachfolge (Matthäus 11, 25 – 30). Abschnitt 2 (Matthäus 12, 1 ff.) erzählt dann von verschiedenen Gelegenheiten, bei denen Israel den verheißenen König ablehnte: die Auseinandersetzung über das Halten des Sabbats (Matthäus 12, 1 – 21),  die Auseinandersetzung über die Frage bzgl. der Vollmacht Jesu (Matthäus 12, 22 – 37), die Auseinandersetzung über die Frage nach dem Zeichen für die Vollmacht Jesu (Matthäus 12, 38 – 45) und die Auseinandersetzung mit den natürlichen Verwandten des Herrn (Matthäus 12, 46 – 50). Im dritten Abschnitt (Matthäus 13, 1 – 53) werden dann die Folgen der Ablehnung des verheißenen Königs durch Israel beschrieben: Das Fortgehen Jesu “aus dem Haus“ und die Verlagerung Seiner Verkündigung “an den See“ sowie der Beginn der Gleichnisreden (Matthäus 13, 1 – 3), das Reden in Gleichnissen zur Volksmenge (Matthäus 13, 4 – 33), die Bedeutung des Redens in Gleichnissen (Matthäus 13, 34 – 43), die Gleichnisreden an die Jünger (Matthäus 13, 44 – 52). Vers 53 leitet dann (wieder) den Fortgang weiteren Ereignisse ein.

In Block V (Matthäus 13, 54 . Matthäus 19, 2) werden uns von weitere Reaktionen auf das Auftreten des verheißenen Königs geschildert. Dieser Block enthält zwei große Abschnitte. Abschnitt 1 (Matthäus 13, 54 – Matthäus 16, 12) zeigt die Ablehnung Jesu durch Nazarener und Römer (Matthäus 13, 54 – Matthäus 14, 12), Seinen Weggang in eine einsame Gegend nach der  Hinrichtung Johannes des Täufers und verschiedene Wunder (Matthäus 14, 13 – 33), Sein öffentliche Wirken in Genezareth (Matthäus 14, 34 – 36), die Feindschaft der Pharisäer und Schriftgelehrten (Matthäus 15, 1 – 20), Jesu Weggang nach Tyrus und Sidon (Matthäus 15, 21 – 28), Sein öffentlicher Dienst unter den nichtjüdischen Menschen (Matthäus 15, 29 – 39), die Feindschaft der Pharisäer und Sadduzäer (Matthäus 16, 1 – 12). Im zweiten Abschnitt (Matthäus 16, 13 – Matthäus 19,2) werden uns die Belehrungen mitgeteilt, die der Herr Jesus Christus Seinen Jüngern gab, während sie sich im gebiet von Galiläa aufhielten: die Belehrungen über Seine Person (Matthäus 16, 13 – 17), die Belehrungen über die Pläne des Herrn (Matthäus 16, 18 – Matthäus 17, 13), Belehrungen über die Grundsätze des Herrn (Matthäus 17, 14 – 27), Belehrungen für die Jünger als Botschafter des verheißenen Königs (Matthäus 18, 1 ff.). In Matthäus 19, 1 – 2 wird dann zu den auf diese Belehrungen folgenden Ereignisse in Judäa übergeleitet. 

Block VI (Matthäus 19, 3 – Matthäus 25, 46) stellt den umfangreichsten Block in diesem Evangelium dar. Wir können ihn in fünf größere Abschnitte einteilen: Abschnitt 1 (Matthäus 19, 3 – Matthäus 20, 34) gibt weitere Belehrungen Jesu an die Jünger während ihres Aufenthaltes in Judäa wieder: Belehrungen über die Ehe (Matthäus 19, 3 – 12), Belehrungen über den Glauben wie ihn Kinder haben (Matthäus 19, 13 – 15), Belehrungen über den Reichtum (Matthäus 19, 16 – Matthäus 20, 16), Belehrungen über das kommende Leiden Jesu (Matthäus 20, 17 – 19), Belehrungen über den Dienst (Matthäus 20, 20 – 28) und die Heilung zweier Blinder in Jericho (Matthäus 20, 29 – 34). In Abschnitt 2 (Matthäus 21, 1 – 17) wird uns die Offenbarung Jesu als König für Israel berichtet: Jesu Vorbereitung (Matthäus  21, 1 – 7), Sein Einzug nach Jerusalem (Matthäus 21, 8 – 11) und Sein Einzug in dem Tempel (Matthäus 21, 12 – 17). Die Ablehnung des verheißenen Königs durch  Israel wird uns im dritten Abschnitt (Matthäus 21, 18 – Matthäus 22, 46) geschildert: der verdorrte Feigenbaums als Zeichen für die Ablehnung Jesu durch das Volk Israel (Matthäus 21, 18 – 22), die Ablehnung Jesu durch die Hohenpriester und Ältesten Israels (Matthäus 21, 23 – Matthäus 22, 14), die Ablehnung Jesu durch die Pharisäer und Herodianer (Matthäus 22, 15 – 22), die Ablehnung Jesu durch die Sadduzäer (Matthäus 22, 23 – 33) und die Ablehnung Jesu durch die Pharisäer (Matthäus 22, 34 – 46). In Abschnitt vier (Matthäus 23, 1 ff.) berichtet der Evangelist dann von der Warnung Jesu vor den Pharisäern und Schriftgelehrten (Matthäus 23, 1 – 12), Seinen Weherufen über die Pharisäer und Schriftgelehrten (Matthäus 23, 13 – 36) und der Wehklage Jesu über Jerusalem (Matthäus 23, 37 – 39).  Der fünfte Abschnitt (Matthäus 24 und Matthäus 25) enthält die Offenbarungen Jesu über die Zukunft: In Matthäus 24, 1 – 3 werden die Umstände geschildert, die zur Rede Jesu auf dem Ölberg führten. Nach einer Warnung vor allgemeiner Verführung (Matthäus 24, 4 – 6) folgt eine Warnung vor spezifischen Verführungen (Matthäus 24, 7 – 14). Von Matthäus 24, 1 5 – 44 geht der Herr auf die prophetischen Ereignisse der Zukunft im Zusammenhang mit Israel ein. Danach folgen drei prophetische Gleichnisse (Matthäus 24, 45 – Matthäus 25, 30), die im Zusammenhang mit der Entwicklung der Christenheit stehen. Abschließend spricht der Herr Jesus Christus über die Zukunft der Nationen im zukünftigen, 1000jährigen Friedensreich (Matthäus 25, 31 – 46). 

Der letzte und siebte Block  (Matthäus 26 – Matthäus 28) kann in zwei große Abschnitte eingeteilt werden, wobei der erste Abschnitt (Matthäus 26 – 27) den Bericht über die Kreuzigung Jesu enthält: In Matthäus 26, 1 – 46 werden die der Kreuzigung vorausgehenden Geschehnisse beschrieben, gefolgt von der Gefangennahme Jesu (Matthäus 26, 47 – 56), den Gerichtsverhandlungen (Matthäus 26, 57 – Matthäus 27,26), der Kreuzigung (Matthäus 27, 27 – 56) und der Grablegung Jesu (Matthäus 27, 57 – 66). Im zweiten Abschnitt (Matthäus 28, 1 ff.) findet sich dann der Bericht über die Auferstehung Jesu und Seine Begegnung als Auferstandener mit Seinen Jüngern und anderen Gläubigen: das Auffinden des Leeren Grabes (Matthäus 28 1 – 7), die Begegnung des Auferstandenen mit den Frauen (Matthäus 28, 8 – 10), der Versuch der jüdischen Autoritäten, die Auferstehung Jesu zu verschleiern (Matthäus 28, 11 – 15) und die abschließenden Belehrungen ist der Epilog, also das Schlusswort, dieses Evangeliums. Er umfasst drei Abschnitte: a) Das Zusammentreffen des Herrn Jesus Christus mit sieben Jüngern in Galiläa (Johannes 21, 1 – 14), b) die Wiederherstellung des Petrus und c) das Schlusswort des Verfassers.


Fußnoten:

¹= Irenäus “Contra Haereses, Buch III, 1″, siehe:  “Des heiligen Irenäus fünf Bücher gegen die Häresien. Aus dem Griechischen übersetzt von E. Klebba. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 3) München 1912″

²= (wird nachgetragen)

³= Eusebius von Caesarea: “Kirchengeschichte”, Herausgegeben und eingeleitet von Heinrich Kraft, Kösel-Verlag München, 3., unveränderte Auflage 1989, Seite 172 – 174 (Buch III, 24, 3 – 8)

4= Werner G. Marx: „Money Matters in Matthew“ in: “Bibliotheca Sacra“, Ausgabe April  – June 1979, Seiten 148 – 157.

5= siehe hierzu a) Carsten-Peter Thiede/Matthew d’Ancona: “Der Jesus-Papyrus“, Rowohlt-Verlag, 1997, ISBN:  3499601036 bzw.: 978-3499601033 und b) “Eyewitnesses to Jesus”: https://mt1820today.wordpress.com/2011/03/20/eywitness-to-jesus/

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