Notizen zur Offenbarung (28)


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Ephesos: Blick vom Theater auf die Hafenstraße Foto: Hans Weingartz/Wikipedia

Ephesos: Blick vom Theater auf die Hafenstraße Foto: Hans Weingartz/Wikipedia

Im Rahmen unserer  Betrachtung der sieben Sendschreiben (Offenbarung 2, 1 bis Offenbarung 3, 22) habe ich im vorausgegangenen Artikel die ersten beiden Abschnitte des Sendschreibens an die Versammlung (= Gemeinde) in Ephesus unter dem seelsorgerisch korrektiven und auferbauenden Aspekt betrachtet. Dieser Artikel wird den dritten Abschnitt (Ermahnung bzw. Zurechtweisung) behandeln.

Das Sendschreiben an Ephesus

“Dem Engel der Versammlung in Ephesus schreibe: Dieses sagt, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der da wandelt inmitten der sieben goldenen Leuchter: Ich kenne deine Werke und deine Arbeit und dein Ausharren, und daß du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, welche sich Apostel nennen, und sind es nicht, und hast sie als Lügner erfunden; und du hast Ausharren und hast getragen um meines Namens willen, und bist nicht müde geworden. Aber ich habe wider dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Gedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke; wenn aber nicht, so komme ich dir und werde deinen Leuchter aus seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust. Aber dieses hast du, daß du die Werke der Nikolaiten hassest, die auch ich hasse. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt! Dem, der überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baume des Lebens, welcher in dem Paradiese Gottes ist.“

(Offenbarung 2, 1 – 7)


Ephesus – der seelsorgerisch korrektive und auferbauende Aspekt (II)

3) Ermahnung / Zurechtweisung (I)

Die Diagnose des Herrn: Du hast die erste Liebe verlassen

Obwohl bei den Christen in Ephesus Glaubenswerke und auch ein treues Beharren in der Lehre des Wortes Gottes festzustellen war, hatten sie doch die “erste Liebe“ zu ihrem Herrn und Erlöser verlassen. Auf die “erste Liebe“ der Christen in Ephesus zu ihren Mitgläubigen nimmt Paulus in Epheser 1, 15 ff. Bezug. In Offenbarung 2, 1 – 7 geht es jedoch um mehr, nämlich um die “erste Liebe“ zum Herrn selbst. In ähnlicher Weise, wie der Herr Jesus Christus in Seinem Sendschreiben an die Gläubigen in Ephesus das Verlassen dieser “ersten Liebe“ attestiert, musste Gott sein Volk Israel bereits durch den Propheten Jeremia  ermahnen:

“Geh und rufe vor den Ohren Jerusalems und sprich: So spricht Jahwe: Ich gedenke dir die Zuneigung deiner Jugend, die Liebe deines Brautstandes, dein Wandeln hinter mir her in der Wüste, im unbesäten Lande. Israel war heilig dem Jahwe, der Erstling seines Ertrages; alle, die es verzehren wollten, verschuldeten sich: Unglück kam über sie, spricht Jahwe. Höret das Wort Jahwes, Haus Jakob und alle Geschlechter des Hauses Israel! So spricht Jahwe: Was haben eure Väter Unrechtes an mir gefunden, daß sie sich von mir entfernt haben und der Nichtigkeit nachgegangen und nichtig geworden sind? Und sie sprachen nicht: Wo ist Jahwe, der uns aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat, der uns leitete in der Wüste, in dem Lande der Steppen und der Gruben, in dem Lande der Dürre und des Todesschattens, in dem Lande, durch welches niemand zieht, und wo kein Mensch wohnt? Und ich brachte euch in ein Land der Fruchtgefilde, um seine Frucht und seinen Ertrag zu essen; und ihr kamet hin und verunreinigtet mein Land, und mein Erbteil habt ihr zum Greuel gemacht. Die Priester sprachen nicht: Wo ist Jahwe? Und die das Gesetz handhabten, kannten mich nicht, und die Hirten fielen von mir ab; und die Propheten weissagten durch den Baal und sind denen nachgegangen, welche nichts nützen.“

(Jeremia 2, 2 – 8)

Aus Offenbarung 2, 1 ff. und Jeremia 2, 2 – 8 wird deutlich, dass es nicht um “äußerliche Korrektheit“ geht, sondern um eine innere Herzensbeziehung zu Gott und Seinem Sohn.

“Und die das Gesetz handhabten, kannten mich nicht ….“ – man kann wohl mit Gottes Wort umgehen, ja, es sogar Sonntag für Sonntag predigen (!) ohne Ihn selbst zu kennen. Man kann Gott sogar “in das verheißene Land“ folgen wollen, ohne nach Ihm, Seinem Willen und Seinem Weg zu fragen.

Ähnlich wie dem Volk Israel war es auch den Gläubigen in Ephesus ergangen. Sie hielten Gott die Treue und sie hielten auch an Seinem Wort fest, aber an der inneren Herzensbeziehung mangelte es (vgl. den Gegensatz in Offenbarung 2, 4 mit 1. Thessalonicher 1, 3!). Die äußerlichen Kennzeichen des Glaubens waren bei den Ephesern wohl vorhanden, innerlich aber hatten sie sich von ihrem Herrn und Erlöser entfernt.

In 1. Korinther 13, 13 fasst der Apostel Paulus die drei Säulen christlichen Glaubens und Lebens zusammen:

“Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“

Wenn Liebe eine der Säulen des christlichen Glaubens ist, ja sogar als größte dieser Säulen bezeichnet wird, dann muss das Abweichen der Gläubigen von der “ersten Liebe“ zu ihrem Erlöser als eine schwerwiegende Fehlentwicklung betrachtet werden. Aus dem Sendschreiben an die Gläubigen in Ephesus lernen wir daher, dass äußerliche Aktivitäten, auch äußerliche “christliche“ Aktivitäten, kein Zeichen dafür sind, wie es um die Liebe der Gläubigen zu ihrem Erlöser bestellt ist. Von “richtigen“ Taten oder Worten kann man nicht “automatisch“ auch auf die rechte innere Einstellung schließen.

Es ist erschreckend, dass der Herr hier nicht sagt, die Gläubigen in Ephesus hätten ihre erste Liebe “verloren“. Nein, Er kritisiert, dass sie die erste Liebe “verlassen“ haben. Die erste Liebe war diesen Gläubigen nicht “einfach so“ abhanden gekommen oder gestohlen worden. Sie selbst hatten sie verlassen. Sie selbst waren aus der ersten Liebe zu ihrem Erlöser “ausgestiegen“. Auf die Gründe, die zum Verlassen der ersten Liebe führen können, werde ich im nächsten Artikel näher eingehen.

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