Notizen zur Offenbarung (22)


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Siehe Vorbemerkung in Teil 1: Klick!
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Offenbarung 1, 17 – 20:

“Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades. Schreibe nun das, was du gesehen hast und was ist und was nach diesem geschehen wird. Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Leuchter: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Versammlungen, und die sieben Leuchter sind sieben Versammlungen.“

* “Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.“ In der vorausgegangenen Betrachtung haben wir gesehen, dass wahre Gottesbegegnungen, wie sie uns in der Heiligen Schrift beschrieben werden, immer mit großer Ehrfurcht bei jenen Menschen einhergehen, die Gott begegnen. Wir sehen dies im Alten wie im Neuen Testament.  Ferner haben wir festgestellt, dass diese Ehrfurcht auch ein Kennzeichen für wahre Propheten Gottes ist. Wenn heute Menschen auftreten und behaupten, sie seien Propheten, gleichzeitig jedoch eine “fromme Show“ abziehen, in der sie Gott zum Erfüllungsgehilfen ihrer Wünsche und Vorstellungen degradieren, dann dürfen wir ohne Zweifel davon ausgehen, dass es sich hierbei um selbsternannte und darum um falsche Propheten handelt. Solche Menschen meinen, die “Frömmigkeit sei ein Mittel, sich zu bereichern“ (1. Timotheus 6, 5, NGÜ). Was sie betrifft, so gibt uns Gottes Wort einen deutlichen Rat:

“Dieses aber wisse, daß in den letzten Tagen schwere  Zeiten da sein werden;  denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, heillos, ohne natürliche Liebe, unversöhnlich,  Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend,  Verräter, verwegen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen;  und von diesen wende dich weg.“

(2. Timotheus 3, 1 – 5)

Auch für die Gläubigen gilt, dass der Herr Jesus Christus ihr Retter und ihr Richter sein wird. Das Gericht über die Gläubigen wird sich jedoch nicht mehr mit der Frage  “ewiger Tod“ oder “ewiges Leben“ auseinandersetzen. Dieses Gericht vor dem “großen weißen Thron [Gottes]“ (vgl. Offenbarung 20, 11 – 15) betrifft sie nicht, denn diese Frage ist für jeden Gläubigen ab dem Moment, an dem er Buße getan und sich bekehrt hat  (Apostelgeschichte 2, 38; siehe auch: Klick!) ein für allemal geklärt (Johannes 3, 18; Johannes 5, 24).
Das Gericht, dem die Gläubigen sich stellen müssen, ist das Gericht über ihre Werke. Dabei wird die Frage entschieden, ob sie für diese Werke Lohn von ihrem Herrn und Erlöser empfangen. Dieses Gericht findet vor dem “Preisrichterstuhl Christi“ (vgl. Römer 14, 101. Korinther 3, 11 – 15; 1. Korinther 4, 1 – 5; 2. Korinther 5, 10), nicht vor dem Thron Gottes, statt. Diese zwei Orte und die jeweils damit verbundenen Gerichte gilt es zu unterscheiden.

Das Wissen, dass die Frage nach dem ewigen Leben für den Gläubigen ein für allemal geklärt ist, und der damit verbundene Trost, wird auch durch das Handeln des Herrn Jesus Christus gegenüber Seinem Knecht Johannes deutlich: Er rührt Johannes an und spricht ihm Mut zu: “Fürchte dich nicht!“  Was mag Johannes wohl in diesem Moment gedacht haben? Ob er sich an die Geschehnisse auf dem Berg der Verklärung erinnerte, als sein Herr in ähnlicher Weise mit ihm und seinen zwei Mit-Jüngern (Petrus und Jakobus) handelte: “Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht“ (Matthäus 17, 7)? Und – wie um diesen Trost noch zu verstärken – fügt der Herr an: “Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.“  – Der „Erste und der Letzte“, damit ist nichts anderes gemeint, als dass der Herr selbst Gott ist! Der Ursprung allen Seins, der Schöpfergott. Aber der Herr ist auch der “Lebendige von Ewigkeit zu Ewigkeit“, Jahwe, der ewig Seiende (2. Mose 3, 14). Es ist niemand anders, als der allmächtige Gott, der hier in Seinem Sohn zu Johannes spricht und ihn tröstet!¹ Der Herr Jesus Christus stellt sich Seinem Jünger hier auch noch einmal als der Auferstandene, als der Sieger über den Tod und den Hades, vor. Ein Beweis dafür ist, dass Er im Besitz der Schlüssel zum Tod und zum Hades ist. Mit dem Symbol der Schlüssels wird in der Heiligen Schrift Macht und Autorität verdeutlicht [vgl. auch: a) Schlüssel als Symbol der macht und Autorität: Offenbarung 3, 7; Offenbarung 9, 1; Offenbarung 20, 1; Jesaja 22, 22; Matthäus 16, 19; Matthäus 18, 18; b) Gottes Macht über den Tod und den Hades: Hiob 12, 14;   Psalm 9, 13; Psalm 107, 13 – 14; Jesaja 38, 10; Johannes 5, 28]. Hier in Offenbarung 1, 18 ist der Schlüssel ein Symbol für die Macht und Autorität des Herrn Jesus Christus über den Tod und den Hades.² 

Die Tatsache, dass der Herr Jesus Christus den Tod überwunden hat und vom Tod  auferstanden ist und dass Er nun die Autorität über den Tod und den Hades hat, ist das Fundament für die sichere Zukunftshoffnung der Gläubigen. Der Apostel Paulus schreibt diesbezüglich in seinem ersten Brief an die Christen in Korinth:

Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden, als Erstling der Entschlafenen.  Denn weil der Tod kam durch einen Menschen, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen;  denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus, darnach die, welche Christus angehören, bei seiner Wiederkunft;  hernach das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater übergibt, wenn er abgetan hat jede Herrschaft, Gewalt und Macht.  Denn er muß herrschen, «bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat».  Als letzter Feind wird der Tod abgetan.  Denn «alles hat er unter seine Füße getan». Wenn er aber sagt, daß ihm alles unterworfen sei, so ist offenbar, daß der ausgenommen ist, welcher ihm alles unterworfen hat.  Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, auf daß Gott sei alles in allen.
Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden,  plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche muß anziehen Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche muß anziehen Unsterblichkeit. Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht:  «Der Tod ist verschlungen in Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?»  Aber der Stachel des Todes ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz.  Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unbeweglich, nehmet immer zu in dem Werke des Herrn, weil ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn!

(1. Korinther 15, 20 – 28 + 51 – 58)     

Fußnoten:

¹= In einem eigenen Exkurs werde ich gesondert auf die  Darstellung der Gottheit Jesu in der Offenbarung eingehen. dieser Exkurs findet sich zwischenzeitlich hier: „Notizen zur Offenbarung“ (24).
²= In manchen Kommentaren wird im Zusammenhang mit diesem Schlüssel des Herrn auch auf jüdische (außerbiblische) Überlieferungen verwiesen, nach denen Gott eine Anzahl bestimmter Schlüssel haben soll. Ich werde in dieser Betrachtung mit solchen spekulativen Theorien nicht meine Zeit verschwenden, sondern mich an die klaren Aussagen des Herrn halten.

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