Notizen zur Offenbarung (20)


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Offenbarung 1, 12 – 16:

“Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete; und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, und inmitten der Leuchter Einen, der einem Menschensohne glich, angetan mit einem langen Gewande und um die Brust gegürtet mit einem goldenen Gürtel; sein Haupt aber und seine Haare waren weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Füße wie schimmerndes Erz, im Ofen geglüht, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser. Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtet wie die Sonne in ihrer Kraft.“

* Wenden wir uns nun dem letzten Satz dieses Abschnittes zu: “(…) Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtet wie die Sonne in ihrer Kraft.“ 

–> „(…) Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, (…)“: Wir haben bereits gesehen, dass uns Offenbarung 1, 20 das Symbol der sieben Leuchter erklärt. Aber auch die Bedeutung der sieben Sterne wird dort erläutert:

“Das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast, und die sieben goldenen Leuchter: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Versammlungen, und die sieben Leuchter sind sieben Versammlungen.“

Die sieben Sterne sind ein Symbol für die sieben “Engel der sieben Versammlungen“. Die Frage, was wir genau unter dem Begriff “Engel“ in diesem Kontext zu verstehen haben, werden wir im Zusammenhang mit Offenbarung 1, 20 detaillierter untersuchen. An dieser Stelle wollen wir nur festhalten, dass diese “Engel“ sich in der “rechten Hand“ des Herrn befinden. Diese  “rechte Hand“ ist ein Symbol für Autorität und Herrschaft, aber auch für Schutz und Bewahrung. Auch darauf werden wir im Zusammenhang mit Offenbarung 1, 20 noch näher eingehen.

–> “(…) und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, (…)“: Bei diesem Schwert handelt es sich um ein Langschwert (grch. “ῥομφαία“/ “hromphaia“)¹. Es darf nicht mit dem in Epheser 6, 17 (und Hebräer 4, 12) erwähnten, ebenfalls zweischneidigen, aber kurzen Schwert (grch. “μάχαιρα“/“machaira“)² verwechselt werden. Während das in Epheser 6, 17 (und Hebräer 4, 12) erwähnte Kurzschwert für Angriff und Verteidigung im Nahkampf benutzt wurde, diente das Langschwert, das in Offenbarung 1, 16 genannt wird, den Römern nicht nur als Waffe, sondern auch zur Bestrafung Verurteilter (vgl. auch: Offenbarung 2, 12 + 16Offenbarung 19, 15 + 21). Daraus wird einerseits ersichtlich, dass den Gläubigen das Wort Gottes als (Verteidigung-)Waffe gegeben wurde. Andererseits macht diese Unterscheidung deutlich, dass die Gerichtsgewalt, die mit dem Wort Gottes verbunden ist, allein dem Herrn Jesus Christus  vorbehalten ist (Matthäus 7, 1; 1. Korinther 4, 5; Römer 12, 19; Apostelgeschichte 10, 42; Apostelgeschichte 17, 31). Auch das Symbol des Schwertes betont also die Stellung Jesu Christi als zukünftiger Richter. Er wird Seine Feinde mit dem Wort Seines Mundes richten (vgl. Jesaja 11, 4Jesaja 49, 2; 2.  Thessalonicher 2, 8 [“durch den Hauch seines Mundes“; hier wird im grch. Text das Wort “στόμα“/“stoma“ benutzt, das nach Thayer³ sowohl den menschlichen Mund als auch die “Vorderseite“ oder “Spitze“ eines Schwertes bezeichnen kann]; Offenbarung 19, 13 – 21). Das Wort Gottes, das die Gläubigen kennen und das auch der Welt verkündet worden ist, wird der Maßstab des göttlichen Gerichts sein, aber auch das Mittel, durch das dieses Gericht vollzogen werden wird. Der Herr Jesus Christus hat genau das bereits während Seines irdischen Dienstes angekündigt:

“Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit niemand, der an mich glaubt, in der Finsternis bleibe. Und wenn jemand meine Worte hört und nicht hält, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tage. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. Und ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist. Darum, was ich rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat.“

(Johannes 12, 44 – 50)

–> (…) “und sein Angesicht leuchtet wie die Sonne in ihrer Kraft“: Damit kommen wir zu der letzten Aussage, mit der hier die Person des Herrn beschrieben wird. Der Apostel Johannes, dem der Herr diese Offenbarung anvertraut, hatte dieses leuchtende Angesicht des Sohnes Gottes bereits gesehen, als er mit Ihm auf dem Berg der Verklärung war:

“Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg.  Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. Da hob Petrus an und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, daß wir hier sind! Willst du, so baue ich hier drei Hütten, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; auf den sollt ihr hören!  Als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.  Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht!  Da sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.“

(Matthäus 17, 1 – 7)

Das wie die Sonne strahlende Antlitz des Herrn deutet auf die Heiligkeit und Gerechtigkeit Seiner Person hin  (Apostelgeschichte 26, 13; Maleachi 4, 2 [bei veränderter Verszählung: Maleachi 3, 20]).

Fußnoten:

¹= vgl. Thayer, Joseph Henry: ‚Thayer’s Greek-English Lexicon of the New Testament“, New York: Harper & Brothers, 1889, Seite 564, Anmerkung zu “ῥομφαία“

²= vgl. Thayer, Joseph Henry, a.a.O.,  Seite 393, Anmerkung zu “μάχαιρα“

³= vgl. Thayer, Joseph Henry, a.a.O., Seite 589, Anmerkung zu “στόμα“

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