Notizen zur Offenbarung (16)


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Offenbarung 1, 12 – 16:

“Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, die mit mir redete; und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, und inmitten der Leuchter Einen, der einem Menschensohne glich, angetan mit einem langen Gewande und um die Brust gegürtet mit einem goldenen Gürtel; sein Haupt aber und seine Haare waren weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Füße wie schimmerndes Erz, im Ofen geglüht, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser. Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtet wie die Sonne in ihrer Kraft.“

* “Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen …“  Ein solcher Satz ist für unsere mitteleuropäischen Ohren ungewohnt. Wie kann man eine „Stimme“ sehen? Aus 1. Mose 3, 8 wissen wir, dass „Stimme“ in der Heiligen Schrift oft mit „Person“ gleichgesetzt wird:

“Und sie hörten die Stimme Gottes, des HERRN, der im Garten wandelte beim Wehen des Abendwindes; und der Mensch und sein Weib versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter die Bäume des Gartens.“

* „(…) und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter, und inmitten der Leuchter Einen, der einem Menschensohne glich, (…) Nachdem Johannes den Befehl erhalten hat, das, was er sieht, aufzuschreiben und es an die sieben Versammlungen (= Gemeinden) zu senden, geschieht etwas, das man nicht unbedingt erwarten würde: Das erste, was Johannes sieht, ist kein zukünftiges Geschehen, sondern eine Person, nämlich der Sohn Gottes. Diese Beobachtung ist sehr wichtig. Es geht Gott darum, dass wir uns nicht auf die prophetischen Geschehnisse, die uns in diesem Buch geschildert werden, fokussieren, sondern dass wir unsere Aufmerksamkeit ganz auf den Sohn Gottes und auf das, was Er uns zu sagen hat, richten. Damit steht dieses prophetische Buch in einer Linie mit den Evangelien. Sie berichten uns übereinstimmend, von genau dieser Aufforderung Gottes seit dem Moment, an dem der Herr Jesus Christus seinen irdischen Dienst begann:

Matthäus 3, 17:

“Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!“

Markus 1, 11:

“Und eine Stimme erscholl aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden!“

Lukas 3, 21 – 22:

“Es begab sich aber, da alles Volk sich taufen ließ und auch Jesus getauft wurde und betete, daß sich der Himmel auftat und der heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel erscholl: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen!“

Matthäus 17, 5:

“Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; auf den sollt ihr hören!“

Markus 9, 7:

“Und eine Wolke kam, die überschattete sie, und eine Stimme kam aus der Wolke: Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!“

Lukas 9, 35:

“Und eine Stimme erscholl aus der Wolke, die sprach: Dies ist mein lieber Sohn; auf den sollt ihr hören!“

Zunächst ist nur die Rede von dem Sohn, an dem Gott Wohlgefallen hat. Dann wird diese Aussage dahingehend erweitert, dass wir auf genau diesen Sohn hören sollen. Warum wird diese Aussage so oft in den Evangelien wiederholt? Einmal natürlich, weil es Gott wichtig ist, dass wir Sein Gebot (auf Seinen Sohn zu hören) beachten und danach handeln. Zum anderen aber auch, weil mit diesen Worten der prophetische Dienst des Herrn Jesus Christus bestätigt wird:

Apostelgeschichte 3, 18 – 22:

“Gott aber hat das, was er durch den Mund aller seiner Propheten zuvor verkündigte, daß nämlich Christus leiden müsse, auf diese Weise erfüllt. So tut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden,  damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen und er den euch vorherbestimmten Christus Jesus sende, welchen der Himmel aufnehmen muß bis auf die Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, wovon Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von alters her geredet hat. Denn Mose hat zu den Vätern gesagt: «Einen Propheten wird euch der Herr euer Gott erwecken aus euren Brüdern, gleichwie mich; auf den sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird.

Apostelgeschichte 7, 37:

“Das ist der Mose, der zu den Kindern Israel sprach: Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott aus euren Brüdern erwecken, gleichwie mich; den sollt ihr hören!“

Die alttestamentarische Stelle, in der Mose im Auftrag Gottes diesen anderen Propheten ankündigt und auf die der Apostel Petrus und Stephanus, der erste Märtyrer, hier hinweisen, ist

5. Mose 18, 15 – 19:

“Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern; auf den sollst du hören!  Wie du denn von dem HERRN, deinem Gott, am Horeb, am Tage der Versammlung begehrt hast, indem du sprachest: Ich will fortan die Stimme des HERRN, meines Gottes, nicht mehr hören und das große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe!  Und der HERR sprach zu mir: Sie haben wohl geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, aus ihren Brüdern erwecken und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Und wer auf meine Worte nicht hören will, die er in meinem Namen reden wird, von demselben will ich es fordern!“

Dieser ernste Hinweis gilt auch uns. Das wird deutlich dadurch, dass Gott in den Evangelien immer wieder darauf hinweist, dass wir auf Seinen Sohn  hören sollen und dass wird auch deutlich durch Offenbarung 1, 12, wo uns der Herr Jesus Christus als „die Stimme, die da redet“ vorgestellt wird. Dass es sich bei der Stimme, die hier das prophetische Wort verkündet, um niemand anderen als den Herrn Jesus Christus handelt, wird auch durch die Aussage des Apostels Petrus in 2. Petrus 1, 16 – 19 deutlich:

“Denn wir sind nicht klug ersonnenen Fabeln gefolgt, als wir euch die Kraft und Wiederkunft unsres Herrn Jesus Christus kundtaten, sondern wir sind Augenzeugen seiner Herrlichkeit gewesen. Denn er empfing von Gott dem Vater Ehre und Herrlichkeit, als eine Stimme von der hocherhabenen Herrlichkeit daherkam, des Inhalts: «Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe!»  Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her kommen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berge waren. Und wir halten nun desto fester an dem prophetischen Wort, und ihr tut wohl, darauf zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Orte scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen; (…)“

Der Apostel Petrus nimmt hier Bezug auf die das Geschehen auf dem “Berg der Verklärung“ (Matthäus 17, 1 – 13). Die Stimme, die bei der Verklärung des Herrn aus dem Himmel (“aus der  Wolke“)  zu den Jüngern sprach (neben Petrus waren Johannes und Jakobus anwesend), war Gottes Stimme. Gott gebot, auf Seinen Sohn zu hören und die Verklärung Seines Sohnes, das werden wir im Folgenden noch sehen, ist eng verknüpft mit dem prophetischen Wort. Diese Erfahrung, d.h. die Verklärung Jesu, war nämlich “nur“ ein göttlicher Hinweis auf die endgültige, die vollkommene Offenbarung des Sohnes Gottes, die uns in Offenbarung 1, 1 ff. geschildert und die bei Seiner Wiederkunft stattfinden wird (vgl. Matthäus 17, 2 mit Offenbarung 1, 16; vgl. den Begriff “Herrlichkeit“ in 2. Petrus 1, 17, wo Petrus auf Matthäus 17, 1 – 13 Bezug nimmt, mit Matthäus 16, 27; Matthäus 19, 28; Matthäus 24, 30 und Matthäus 25, 31 – 32, wo dieser Begriff immer im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu gebraucht wird). Das Geschehen in Matthäus 17, 1 – 13 macht also deutlich:

a) Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist der, auf den hin alle Propheten weissagten. Denn als Petrus Ihn auf eine Ebene mit Mose und Elia stellen will, indem er anbietet „drei Hütten“ zu bauen, da heißt es: „Während er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme kam aus der Wolke, welche sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe; ihn höret.“ (Matthäus 17, 5). Seit dem Kommen des Sohnes Gottes steht Er im Zentrum (vgl. Kolosser 1, 16). Er war schon immer das Zentrum der Gedanken Gottes (Kolosser 2, 2 – 3), aber erst mit Seinem Kommen auf diese Erde wurde uns das bekannt gemacht. Hinter Ihm müssen alle „großen Männer Gottes“, auch die größten Propheten des Alten Testaments, zurück stehen. Darum ist das biblische Buch der Offenbarung auch keine „Offenbarung zukünftiger Geschehnisse“, sondern – gemäß Offenbarung 1, 1 – die “Offenbarung Jesu Christi“! Das Buch der Offenbarung ist in der Geschichte vielfach missbraucht worden. Was ist nicht alles in dieses Buch “hineingeheimst“ worden! Da war die Rede von der “Geheimen Offenbarung des Johannes“ und anderen, völlig unsinnigen Dingen. Dementsprechend waren auch die Auslegungen und Vorhersagen, die so mancher daraus gezogen hat, biblisch völlig unbegründet. Das wiederum führte bei jenen, die solche “aus der Luft gegriffenen“ Auslegungen bzw. Vorhersagen glaubten, zu Verunsicherung, ja oft zur Beschädigung ihres Glaubens, wie das immer der Fall sein kann, wenn man auf Irrlehrer hört (vgl. 2. Timotheus 2, 16 – 18 mit 1. Timotheus  1, 18 – 20).

b) Matthäus 17, 1 – 13 macht auch deutlich, dass es sich bei dem Herrn Jesus Christus um mehr als nur einen Propheten, selbst um mehr als den größten aller Propheten, handelt. Er ist der Sohn Gottes („Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; auf den sollt ihr hören!“ [Matthäus 17, 5]) und damit Gott selbst. Wer Ihn hört, hört Gott:

“Wer mich nicht liebt, befolgt meine Worte nicht; und doch ist das Wort, das ihr höret, nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.

(Johannes 14, 42)

“Da antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat.“

(Johannes 7, 16)

“Darum sprach Jesus: Wenn ihr des Menschen Sohn erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, daß ich es bin; und von mir selbst tue ich nichts, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, so rede ich.“

(Johannes 8, 28)

“Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.“

(Johannes 12, 49)

Zusammenfassend können wir sagen, dass unser Augenmerk bei der Betrachtung des Buches der Offenbarung nicht auf die angekündigten Geschehnissen, sondern auf die Person des Herrn Jesus Christus gerichtet sein soll. Es ist Seine Offenbarung („Offenbarung Jesu Christi“, Offenbarung 1, 1). Nur wenn wir die darin  angekündigten Geschehnisse von diesem Blickpunkt aus betrachten, werden wir sie auch verstehen und auch richtig einordnen können. Fernab von der Person unseres Herrn und Heilands, werden die in diesem Buch genannten Zukunftsereignisse für den Leser nur schrecklich und ein Grund zur Furcht sein. Wir bedürfen, was unsere Zukunft betrifft, keine Wegweisung durch irgendwelche angeblichen (lebenden) Propheten oder Menschen, die sich als solche ausgeben. In diesem Buch wird uns alles gesagt, was Gott uns mitteilen möchte und was wir wissen müssen. Es ist Gottes Wort, denn der Herr Jesus Christus, ist Gott, der Sohn und Sein Wort ist Gottes Wort.

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