Notizen zur Offenbarung (12)


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Siehe Vorbemerkung in Teil 1: Klick!
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Offenbarung 1, 9:

„… war auf der Insel, genannt Patmos, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.“

* „… war auf der Insel, genannt Patmos, …“  Patmos ist eine hügelige, nur  34,14 km² große Insel im Ägäischen Meer.  Sie weist wenig Baumbewuchs (heute: Oliven, Obst) auf und ist hauptsächlich von der so genannten „Phrygana“, einem bis zu ein Meter hohen, zeitweise blühenden Busch-  und Strauchwerk bewachsen.¹  Unter römischer Herrschaft  wurde die Insel als Strafkolonie genutzt. Die dorthin Verbannten mussten im Bergbau arbeiten. Ob dies auch zu der Zeit so war, als Johannes nach Patmos verbannt wurde, lässt sich nicht genau sagen. Einige Ausleger gehen davon aus, andere Ausleger verweisen darauf, dass nur Gefangene niederer  Schichten und Bildung diese Arbeiten verrichten mussten. Johannes selbst schreibt darüber nichts. Aufgrund historischer Quellen  ist die Mehrheit der Ausleger davon überzeugt, dass Johannes im Jahr  94 n. Chr. unter der Herrschaft des römischen Kaisers Domitian dorthin verbannt wurde.
Domitian, dessen vollständiger Name Titus Flavius Domitianus lautete und der von 81 – 95 n. Chr. regierte, war ein Sohn Kaiser Vespasians und ein Bruder des  Kaisers Titus. Beide Vorgänger Domitians sind durch den jüdischen Krieg bekannt geworden. Vespasian als Belagerer, Titus als Eroberer Jerusalems (70 n. Chr.). Unter der Herrschaft Domitians wurden politisch Oppositionelle, aber auch Juden und Christen, die die Anbetung von Kaiserstandbildern und anderen Götterbildern ablehnten, verfolgt. Mit der Ermordung Domitians im Jahr 96 n. Chr. endet auch die Linie der römischen Herrscher aus dem Geschlecht der Flavier. Sein Nachfolger Nerva  (96 – 98 n. Chr.) gewährte dem Volk dem und damit auch den Juden und Christen größere Freiheiten. Es wird angenommen, dass Johannes unter Nerva nach 18 Monaten Verbannung entlassen wurde und er wieder nach Ephesus zurückkehren konnte.  Die unter Nerva gewährten Freiheiten währten nur kurze Zeit, da der Kaiser  bereits 98 n. Chr. starb und unter seinem Nachfolger Trajan  die  Repressalien für die Christen wieder zunahmen.²

* „… um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.“: Johannes war nicht auf Patmos, um dort das Wort Gottes zu verkündigen bzw. Zeugnis für Jesus Christus abzulegen, auch wenn er Gelegenheiten, die sich ihm dazu boten, sicherlich genutzt haben wird.  Er wurde dorthin verbannt, weil er das Wort Gottes gepredigt hatte und weil er ein Zeuge für Jesus Christus war.  An zwei weiteren  Stellen in der Offenbarung finden wir die Worte „um des Wort Gottes und des Zeugnisses Jesu“ im Zusammenhang mit dem Leiden und Sterben um des christlichen Glaubens willen:

Offenbarung 6, 9:

“Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten.“

Offenbarung 20, 4:

“Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die das Tier nicht angebetet hatten noch sein Bild, und das Malzeichen weder auf ihre Stirn noch auf ihre Hand genommen hatten; und sie lebten und regierten mit Christus tausend Jahre.“

Immer wieder macht uns das Buch der Offenbarung auf diese Weise deutlich, dass eine Welt, die den Herrn und Erlöser Jesus Christus abgelehnt hat, auch die Gläubigen, Seine Jünger, ablehnen würde (vgl. Johannes 15, 20; Matthäus 10, 24 – 28; Matthäus 24, 9 – 13; Johannes 16, 1 – 3).  Aber genau in einer solchen Zeit der Bedrängnis und Verfolgung  empfängt Johannes die Offenbarung, die trotz aller  Aussagen über zukünftige schwere Zeiten, auch ein Buch des Trostes und der Ermutigung ist. In allen Bedrängnissen und Verfolgungen dürfen Christen wissen, dass ihr Herr um ihre Situation weiß und ihnen beisteht.  Sie dürfen auch wissen, dass sie nicht das eigentliche Ziel der Verfolgung sind, sondern der Herr Jesus Christus selbst (vgl. Apostelgeschichte  9, 1 – 5):

Saulus, der die Jünger des Herrn immer noch mit großer Wut verfolgte und sie mit dem Tod bedrohte, ging zum Hohen Priester und erbat sich Schreiben an die Synagogen von Damaskus. Die Briefe würden ihn bevollmächtigen, Männer und Frauen aufzuspüren, die Anhänger des neuen Weges waren, und sie als Gefangene nach Jerusalem zu bringen. Auf dem Weg nach Damaskus, kurz vor der Stadt, strahlte plötzlich ein Licht aus dem Himmel. Es blendete ihn von allen Seiten, sodass er zu Boden stürzte. Gleichzeitig hörte er, wie eine Stimme zu ihm sagte: ‚Saul, Saul, warum verfolgst du mich?‘ – ‚Wer bist du, Herr?‘, antwortete er. ‚Ich bin Jesus, den du verfolgst‘, erwiderte die Stimme.

So betrachtet der Herr Jesus Christus die Verfolgung Seiner Jünger: es ist eine Verfolgung Seiner selbst. Wer die Glieder des Leibes Christi verfolgt, verfolgt damit auch das Haupt. Das bestätigt auch der Apostel Petrus, wenn er schreibt:

1. Petrus 4, 12 – 14 + 19:

“Geliebte, lasset euch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; sondern je mehr ihr der Leiden Christi teilhaftig seid, freuet euch, damit ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit frohlocken könnt. Selig seid ihr, wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet! Denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber gepriesen. (…) So mögen denn die, welche nach Gottes Willen leiden, dem treuen Schöpfer ihre Seelen anbefehlen und dabei tun, was recht ist.“

1. Petrus 3, 14 – 16:

“Aber wenn ihr auch um Gerechtigkeit willen zu leiden habt, seid ihr selig. Ihr Drohen aber fürchtet nicht und erschrecket nicht; sondern heiliget den Herrn Christus in euren Herzen! und seid allezeit bereit zur Verantwortung gegen jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, aber mit Sanftmut und Furcht; und habet ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zuschanden werden mit ihren Verleumdungen.“

Als Christen dürfen wir auch wissen, dass die Menschen, die uns bedrängen und verfolgen, nicht unsere Feinde sind (Epheser 6, 12). Bedrängnis und Verfolgung, das vergessen wir in demokratischen Ländern mit dem Recht auf freie Religionsausübung sehr schnell, gehört für Christen in vielen Teilen der Erde zu ihrer täglichen Lebenserfahrung (vgl. dazu den Weltverfolgungsindex des Hilfswerks Open Doors International: Klick!). Aber kein Christ sollte die Freiheiten, die uns heute noch gewährt werden, als selbstverständlich betrachten. Der Apostel Paulus bezeichnet Bedrängnis um des Glaubens willen als ein Kennzeichen des Christseins (2. Timotheus 3, 12) und Herr Jesus Christus selbst hat eine Zeit angekündigt, in der Christen keine Möglichkeit zum Dienst der Evangeliumsverkündigung mehr haben werden (Johannes 9, 4). Schon zu seiner Zeit forderte der Apostel Paulus daher die Gläubigen mehrfach auf, „die Zeit auszukaufen“ (Kolosser 4, 5; Epheser 5, 15 – 16). Christen suchen kein Märtyrertum. Ganz im Gegenteil, sie beten um Frieden für die Gesellschaft, in die Gott sie gestellt hat:

1. Timotheus 2, 1 – 6:

“So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen für alle Menschen darbringe, für Könige und alle, die in hervorragender Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit;  denn solches ist gut und angenehm vor Gott unsrem Retter, welcher will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.  Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat.“


Ist das Gebetsanliegen des Apostels Paulus auch Ihr Anliegen? Haben Sie heute schon Ihre Zeit und Ihre Freiheit genutzt, um einen Menschen mit der freimachenden Botschaft des Evangeliums bekannt zu machen?

Fußnoten:

¹= vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Patmos
²= vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Christenverfolgungen_im_Römischen_Reich#Einzelne_Verfolgungen

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