Verschiedene Gottesbilder im Alten und Neuen Testament? (1)


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Teil 1 – 4 als pdf downloaden.

Ein häufig gegen die Glaubwürdigkeit der Heiligen Schrift vorgebrachtes „Argument“ ist, dass der Gott des Alten Testaments „ganz offensichtlich“ nicht der Gott des Neuen Testaments sein könne. Denn der Gott des Alten Testaments sei ein „Gott der Rache“, der Gott des Neuen Testaments jedoch ein „Gott der Liebe“.

Solche Aussagen sind ganz eindeutig das Ergebnis einer sehr oberflächlichen Beschäftigung mit der Heiligen Schrift:

I. Gott verändert sich nicht

Gott gibt uns in Seinem Wort die Zusage, dass Er sich nicht verändert.


„Ich, der HERR, wandle mich nicht„.

(Maleachi 3, 6)

An vielen weiteren Stellen der Heiligen Schrift finden wir diese Aussage bestätigt, z.B.:


„Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie alle werden wie ein Kleid zerfallen,
wie ein Gewand wirst du sie wechseln, und sie werden verschwinden.“

(Psalm 102, 27)


„Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab,
von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist,
noch ein Schatten infolge von Wechsel.“

(Jakobus 1, 17)

Würde Gott sich verändern, dann könnten wir uns bei Ihm nie sicher und geborgen fühlen. Was Er uns gestern zugesagt hätte, wäre am Tag darauf  vielleicht schon nicht mehr gültig. Und wenn es Ihm in den Sinn käme, dann hätte Er in der kommenden Woche vielleicht eine ganz andere Meinung? Nein, so ist Gott nicht.

Als Mose Gott begegnete, da stellte Er sich ihm so vor:


„Und er sprach: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“

(2. Mose 3, 6)

Damit sagte Gott gleichsam zu Mose: „Der Gott, der ich zu Zeiten Abrahams war, der bin ich immer noch. Der Gott, der ich zu Zeiten Isaaks war (eine Generation später), der bin ich immer noch und der Gott, der ich zu Zeiten Jakobs war (zwei Generationen später), der bin ich immer noch. Ich verändere mich nicht.“

Darum konnte Mose Gott vertrauen. Er wusste um die Erfahrungen, die Abraham, Isaak und Jakob mit Gott gemacht hatten. Er wusste, dass Gott diese Männer über die Generationen hin geleitet, versorgt und bewahrt hatte. Jetzt gab ihm Gott die Zusage, dass Er sich nicht geändert hatte und auch für das ganze Volk Israel galt diese Zusage. Denn als Mose fragte: „Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen?“ (2. Mose 3, 13), antwortete ihm Gott: „Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: ‚Ich werde sein‘, der hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name auf ewig, mit dem man mich anrufen soll von Geschlecht zu Geschlecht.“ (2. Mose 3, 14 – 15)

Fast 1.600 Jahre später beauftragt Gott den Apostel Johannes das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, zu schreiben. Es ist interessant zu lesen, wie Johannes dieses Buch einleitet:

„Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch
und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern,
die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge,
der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden!
Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns
zu Königen und Priestern gemacht hat vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt
von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen
alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen
alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen.
Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt,
der Allmächtige.“

(Offenbarung 1, 4 – 8 )

Die Aussage „von dem, der da ist und der da war und der da kommt“ ist eine direkte Bezugnahme auf 2. Mose 3, 14! Damit bezeugt der Apostel Johannes, dass der Gott des Alten Testaments auch der Gott des Neuen Testaments ist.

Nachdem der Apostel Johannes dann auf den Dienst und das Werk des Herrn Jesus eingegangen ist, übermittelt er den Lesern abschließend noch einmal eine Aussage Gottes, des Vaters: „Ich bin das A und O“. A und O, griechisch „Alpha“ und „Omega“, waren der erste und der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet. Gott sagt damit, dass Er der Anfang und das Ende ist. Und mit der Aussage, dass Er ist, war und kommen wird, betont Gott erneut, dass Er sich nicht wandelt.

Fortsetzung: hier

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3 Antworten zu Verschiedene Gottesbilder im Alten und Neuen Testament? (1)

  1. sindemal schreibt:

    „Fortsetzung: hier“ ist leider nicht verlinkt 😦
    Spontan vermisse ich Johannes 1,1ff
    2. Mose 3, 6 habe ich bisher auch immer etwas kritischer gesehen, weil sich hier Gott noch über die Beziehung zu den Vorfahren definiert und eben keine persönliche Beziehung vorliegt. Im Kontext der Beständigkeit Gottes macht es aber auch Sinn.
    Danke für den Text bisher, darauf werde ich sicherlich noch zurückgreifen können!

    gby

  2. JNj. schreibt:

    Hallo sindemal,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Teil 2 ist jetzt verlinkt. Ich bin gerade dabei die gesamte Reihe zu überarbeiten. Der Rest folgt in den kommenden Tagen. Ich informiere dann über Twitter. Inwiefern vermissen Sie Joh. 1,1 ff. in dem besprochenen Zusammenhang?

    Freundliche Grüße & ebenfalls gby!

  3. sindemal schreibt:

    Zum einen mag ich diese Bibelstelle einfach vom Wortlaut und vor allem wegen der Aussage.
    Joh1,1ff „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
    2 Dasselbe war im Anfang bei Gott.3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. ff …“
    Hier wird eben Jesus als (das) Schöpfungswort eingeführt, also er war vom Anfang an nicht nur Vorhanden sondern eben auch Ursprung und Ziel (A+O). Das meinte ich würde eben auch gut in die Aufzählung oben rein passen.
    Die Reihe ist aber auch noch in der Fortsetzung (bis Teil 3 habe ich gelesen), und ich bin gespannt noch mehr zu lesen. Gerade dieses Thema beschäftigt mich zur Zeit etwas, weil ich zu oft mitbekomme wie wenig wir Christen eigentlich wissen was Gott über sich selbst uns durch die Bibel verrät /mitteilt.

    Gesegneten 1.Advent noch!

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