Glaube, Hoffnung und die Wiederkunft Jesu


Translation here.

Die Aussage aus Hebräer 11, 1 ist wohl allen Christen bekannt. Die überwiegende Anzahl deutscher Übersetzungen gibt diesen Vers so wider:

„Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht.“

Man kann diesen Vers auch so übersetzen, allerdings wird dabei der Sinn des griechischen Textes m. E. nicht ganz so deutlich. Die Neue evangelistische Übersetzung gibt den Text daher auch so wieder:

„Was ist also der Glaube? Er ist die Grundlage unserer Hoffnung, ein Überführtsein (= ein inneres Überzeugtsein, JNj.) von Wirklichkeiten, die man nicht sieht. „

Das Wort „Grundlage“ (oder: Basis, Fundament) gibt das griechische „hypostasis“ wesentlich besser wider, als andere deutsche Begriffe.

Glaube ist also die Grundlage unserer Hoffnung. Anders gesagt: unsere Hoffnung ruht auf der sicheren Grundlage unseres Glaubens.

Wenn wir Glaube hier im Kontext dessen sehen, was der Hebräerbrief in den ersten 11 Kapiteln lehrt, dann können wir – zusammenfassend – sagen:

Ich glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes, als meinen Erlöser, d.h. ich vertraue Ihm, setze mein Vertrauen ganz auf Seine Person und Sein Werk am Kreuz auf Golgatha. Und auf diesem Glauben/Vertrauen, den/das ich in Ihn setze, sind meine Hoffnung(en) gegründet. Meine Hoffnung(en) ist/sind nun aber nicht selbst ausgedachte oder von mir gewünschte Dinge/Erwartungen etc., sondern können nur auf dem gründen, was Jesus Christus in seinem Wort, der Heiligen Schrift, verheißt/versprochen hat. Da Jesus Christus Gott ist und Gott nicht lügt (4.Mose 23, 19), werden Seine Verheißungen eintreffen. Alles, was Er bisher verheißen hat, ist bereits eingetroffen und was noch aussteht (z.B. Seine Wiederkunft) wird ebenfalls eintreffen.

Jesus Christus hat aber nie einen Zeitpunkt für die Erfüllung dieser Verheißung gegeben. Ganz im Gegenteil, Er hat davor gewarnt, Zeitpunkte für Seine Wiederkunft anzugeben (Markus 13, 32). Viele Angehörige der verschiedensten Glaubensrichtungen haben in der Vergangenheit den Fehler gemacht, ihre Hoffnung bzgl. der verheißenen Wiederkunft Jesu auf die  Aussagen eines  fehlbaren Menschen bzw. einer angeblich „unfehlbaren“ Organisation zu stützen. Das musste schief gehen. Hätten sie ihre Hoffnung (bzgl. der Wiederkunft Jesu) auf ihren Glauben an den Sohn Gottes und auf das, was Er in Seinem Wort schon lange niedergelegt hatte, gesetzt, wäre es nie zu diesem Desaster, den vielen Enttäuschungen, gekommen.

Hoffnung, griechisch „elpis“ (ἐλπίς), ist – biblisch gesehen – eine „gewisse Zuversicht“ (nicht: ich hoffe es, aber höchstwahrscheinlich wird es anders kommen), sondern wirkliche Gewissheit. Der Unterschied zwischen dem, was „elpis“ im biblischen Kontext bedeutet und dem, was wir landläufig als „Hoffnung“ bezeichnen, ist so groß, dass es im Grunde zwei Sachen sind. John MacArthur kommentiert zu Römer 5, 2:

„Im Gegensatz zum umgangssprachlichen Gebrauch beinhaltet der neutestamentliche Gebrauch des Wortes keinerlei Ungewissheit; es spricht von etwas als gesichert Feststehendem, das nur noch nicht verwirklicht ist. Die endgültige Bestimmung des Gläubigen ist es, an der Herrlichkeit Gottes teilzuhaben (Römer 8, 29 – 30; Johannes 17, 22; 2. Korinther 3, 18; Philipper 3, 20 – 21; 1. Johannes 3, 1 – 2) und diese Hoffnung wird Wirklichkeit werden, weil Christus selbst sich dafür verbürgt (1. Timotheus 1, 1). Ohne die deutlichen und feststehenden Verheißungen des Wortes Gottes hätte der Gläubige keine Grundlage für eine Hoffnung (Römer 15, 4; Psalm 119, 81 + 114; Epheser 2, 12; vgl. Jeremia 14, 8).“¹

Wenn wir sagen, dass wir hoffen, dann gibt es immer die Alternative, dass unsere Hoffnung (auf einen neuen Job, auf einen Gewinn im Lotto, auf die  „große“ Liebe) nie Wirklichkeit wird. Das biblische Verständnis von Hoffnung kennt diese Alternative nicht. Sie braucht diese Alternative auch nicht. Denn die biblische Hoffnung gründet sich auf das, was Gott versprochen hat. Er steht zu Seinem Wort und wird es einlösen. Die vielen bereits erfüllten biblischen Verheißungen sind ein eindrückliches Zeugnis dafür:

„Gedenket des Anfänglichen von der Urzeit her, dass ich Gott {El} bin, und sonst ist keiner, dass ich Gott bin und gar keiner wie ich; der ich von Anfang an das Ende verkünde, und von alters her, was noch nicht geschehen ist; der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und all mein Wohlgefallen werde ich tun; {O. all meinen Willen werde ich vollführen} der ich einen Raubvogel rufe von Osten her, aus fernem Lande den Mann meines Ratschlusses. Ich habe geredet, und werde es auch kommen lassen; ich habe entworfen, und werde es auch ausführen.“

(Jesaja 46, 9 – 11)

Nur drei Beispiele für erfüllte biblische Prophetie möchte ich abschließend erwähnen:

* Die göttliche Vorhersagen über das erste Kommen Jesu, Seine Geburt in Bethlehem (Prophetie: Micha 5, 1; Erfüllung: Matthäus 2, 1; Johannes 7, 42; Matthäus 2, 4 – 8; Lukas 2, 4 – 7) durch eine Jungfrau (Prophetie: Jesaja 7, 14; Erfüllung: Matthäus 1, 18 – 19 + 25; vgl. auch: Lukas 1, 26 – 35), Seine Abstammung aus dem Stamm Juda (Prophetie: 1. Mose 49, 10 und Micha 5, 1; Erfüllung: Lukas 3, 23 + 33; vgl. Matthäus 1, 2 und Hebräer 7, 14) als Nachkomme Abrahams (Prophetie: 1. Mose 22, 18; 1. Mose 12, 2 – 3; Erfüllung: Matthäus 1,1; Galater 3, 16), Isaaks (Prophetie: 1. Mose 21, 12; Erfüllung: Lukas 3, 23 + 34; Matthäus 1, 2), Jakobs (Prophetie: 4. Mose 24, 17; vgl. auch: 1. Mose 35, 10 – 12; Erfüllung: Lukas 3, 23 + 34; Matthäus 1, 2; Lukas 1, 33) aus dem Haus Davids (Jeremia 23, 5; 2. Samuel 7, 12 – 16; Psalm 132, 11;  Erfüllung: Lukas 3, 23 + 31; Matthäus 1, 1; Matthäus 9, 27; Matthäus 15, 22 f.; Markus 10, 47 – 48 ff.; Lukas 18, 38 – 39 ff.; Apostelgeschichte 13, 22 – 23) sowie vielfältige göttliche Vorhersagen über Seinen Dienst (Prophetie: Jesaja 35, 5 – 6; Jesaja 32, 3 – 4; Erfüllung: Matthäus 9, 35; Matthäus 9, 32 – 33; Matthäus 11, 4 – 6; Markus 7, 33 – 35; Johannes 5, 5 – 9; Johannes 9, 6 – 11; Johannes 11, 43 – 44 + 47), Sein stellvertretendes Leiden (Prophetie: Psalm 22, 17; Erfüllung: Lukas 23, 33; Johannes 20, 25; Prophetie: Jesaja 53, 12; Erfüllung: Matthäus 27, 38; Markus 15, 27 – 28; Prophetie: Psalm 22, 19; Erfüllung: Johannes 19, 23 – 24; Prophetie: Psalm 69, 22; Erfüllung: Matthäus 27, 34; Johannes 19, 28 – 29; Prophetie: Psalm 22, 2; Erfüllung: Matthäus 27, 46), Seine Auferstehung (Prophetie: Psalm 16, 10; Psalm 30, 4; Psalm 41, 11; Psalm 118, 17; Hosea 6, 2; Erfüllung: Lukas 24, 46; Markus 16, 6; Matthäus 28, 6; Apostelgeschichte 2, 31) und Seine Himmelfahrt (Prophetie: Psalm 68, 19; Erfüllung: Apostelgeschichte 1, 9) sind alle eindeutig erfüllt worden.²


* Die göttliche Vorhersage über die Zerstörung Jerusalems (Jeremia 16, 1 – 13;    Matthäus 24, 15; Lukas 21, 20) wurde im Jahr 70 n. Chr. durch das römische Invasionsheer unter Titus erfüllt, ebenso wie die

* göttliche Vorhersagen über die Wiederherstellung Israels als Staat (vgl. Jeremia 16, 14 – 21; Hesekiel 34, 12; Hesekiel 36, 1 ff.; Sacharja 2, 5; Hesekiel 37, 1 ff.), die wir seit dem 14. Mai 1948 erleben.

Viele Kommentatoren schätzen, dass mindestens 80 % der biblischen Prophetien bereits eingetroffen/erfüllt sind. Warum sollten wir da zweifeln, dass Gott nicht auch die letzten 20 % der noch ausstehenden Verheißungen erfüllen wird?

Quellenverweise:

¹= John MacArthur, Kommentar zu Römer 5, 2 in „John MacArthur Studienbibel“, Seite 1610, 1. Auflage 2002, CLV Bielefeld

²=  vgl. Auszugsweise: Josh McDowell: „Bibel im Test“, Seite 210 – 249; Hänssler 1987

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