Wie Du mir, so Gott Dir? Was der Mensch sät … (4)

Translation here.

Dieser Tage war ich im Gespräch mit einem Bekannten, der eine merkwürdige „Philosophie“ vertritt: Er meint, dass alle (aus seiner Sicht falschen) Haltungen und Handlungen eines Menschen im Leben dieses  Menschen als Krankheiten oder „Schicksalsschläge“ zurückkehren. So sagte er z.B.: „Sehen Sie, mein Großvater hat in seinem Leben gegenüber meiner Großmutter nie den Mund aufgemacht, wenn es darum ging, seine Tochter zu verteidigen. Er hat alles runter geschluckt. Und jetzt? Jetzt liegt er auf dem Sterbebett und kann nicht mehr schlucken! Glauben Sie mir, man bekommt alles im Leben genau so zurück!“ Aha.

Mich erinnerte das an eine Art der Auslegung von

Galater 6, 7:

„Irret euch nicht; Gott läßt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“

An drei anderen Stellen habe ich bereits meine Gedanken zu

Galater 6, 7

geäußert und zwar

hier: „Was der Mensch sät (1)“

hier: „Was der Mensch sät (2)“

und hier: „Was der Mensch sät (3)“

Dabei hatte ich gedacht, dass dieses Thema für mich abgeschlossen wäre. Aufgrund der eingangs beschrieben Begegnung möchte ich jedoch noch einmal darauf eingehen:

Aussagen wie: „Mein Großvater liegt nun auf dem Sterbebett und kann nicht mehr schlucken, weil er alles im Leben herunter geschluckt hat!“ habe ich in ähnlicher Weise auch schon von Menschen gehört, die sich ausdrücklich als „gläubige Christen“ bezeichneten.

Stimmt es wirklich, d. h. entspricht es dem biblisch-christlichen Glauben solche oder ähnliche Thesen wie die obige aufzustellen?

Bereits ein kurzes Bibelstudium macht deutlich, dass solche Denkrichtungen/Aussagen dem biblisch christlichen Glauben widersprechen und als abergläubiger, das Evangelium (die gute Nachricht) unseres Herrn Jesus Christus verunehrender Unsinn unter Christen keinen Platz haben sollten. Hier einige biblische Aussagen, die eindeutig gegen diese Denkweise sprechen:

1. Auch Menschen die nicht an Gott glauben, werden von Ihm gesegnet. Segen ist also kein Zeichen von „Richtigkeit“, d.h. davon, dass jemand im Glauben steht. Es ist einfach ein Zeichen der Gnade Gottes:

„… auf dass ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

(Matthäus 5, 45)

2. Dies ist in Übereinstimmung mit der biblischen Aussage, dass Gnade/Güte die „Methode“ Gottes ist, durch die Er Menschen zur Umkehr bewegt:

„Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, ohne zu erkennen, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“

(Römer 2,4)

Es ist die Liebe und Gnade Gottes, die zu uns Menschen ausgeht, uns erwählt, uns anspricht, uns überführt:

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe, auf dass, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er es euch gebe.“

(Johannes 15, 16)

Es ist Gottes Liebe, die (zuerst) zu uns ausgeht und uns befähigt, wieder zu lieben:

„Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“

(1. Johannes 4, 19)


3. Auch und gerade der Gerechte leidet:

„Der Gerechte muss viel leiden; aber der HERR rettet ihn aus dem allem.“

(Psalm 34, 20)

„[Die Apostel] stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und [sagten ihnen,] dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen.“

(Apostelgeschichte 14, 22)

Diese (und viele andere) Aussagen der Heiligen Schrift machen deutlich, dass Leid und Trübsale keine Folge persönlicher Sünde und/oder des Gerichtes Gottes sein müssen. Leid und Trübsale haben u.a. die Aufgabe, im Leben des Christen Geduld hervorzubringen (vgl.   Römer 5,3; 1. Petrus 2, 20), seinen Glauben und Gehorsam Gott gegenüber zu erweisen (vgl. 1. Petrus 1,7),  ihn im Glauben reifen lassen (Hebräer 12, 10 – 11).

4. Wir müssen die gesamte Heilige Schrift beachten und Gott um Weisheit bitten,  ehe wir eine Angelegenheit beurteilen. Wenn wir z.B. das Buch Hiob betrachten, so lesen wir dort, dass die Freunde Hiobs der Ansicht waren, Hiobs Probleme wären eine Folge seiner persönlichen Sünde, also ein Gericht Gottes. Doch aus Hiob 1,1 – 2, 10 wird deutlich, dass der wahre Hintergrund des Leidens Hiobs eine Prüfung war. Hiob selbst und seine Freunde konnten sein leid nur aus der menschlichen Perspektive beurteilen, ihnen fehlte die „himmlische Perspektive“, die uns in Hiob 1,1 – 2,10 vorgestellt wird. Darum mussten sie zwangsläufig ein falsches Urteil fällen. Erst als Gott sich offenbart (vgl. Hiob 38, 1 – 42,17) wird der wahre Hintergrund des Leidens deutlich: Hiobs Treue gegenüber Gott sollte erwiesen werden.
Hüten wir uns also, ein Urteil über einen leidenden Menschen abzugeben. Ermutigen wir ihn vielmehr, seine Hilfe, seinen Trost und seine Zuversicht in dem Herrn Jesus Christus zu suchen:

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“

(Matthäus 11, 28 – 30)

„Wer ist unter euch, der den HERRN fürchtet, der seines Knechtes Stimme gehorche ? Der im Finstern wandelt und scheint ihm kein Licht, der hoffe auf den HERRN und verlasse sich auf seinen Gott.“

(Jesaja 50, 10)

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