Ich glaube nur, was ich sehe!

Translation here.

Gestern habe ich einige Anmerkungen zu 1. Samuel 16, 7 niedergeschrieben. In diesem Zusammenhang kam mir noch ein weiterer Gedanke:

Eine Aussage, die man oft hört, wenn man mit anderen Menschen über den christlichen Glauben spricht, ist: „Ach wissen Sie, ich glaube nur, was ich sehe.“

Diese  Aussage   entspricht  im  Grunde  genommen  der  Aussage,  die  Gott  in

1. Samuel 16, 7

über den Menschen trifft: Der Mensch sieht nur, was vor Augen ist und darum glaubt er auch nur, was er sieht.
Die Sichtweise, auch die Glaubens-Sichtweise, des Menschen ist begrenzt. Ihr Blick endet am Äußeren eines Menschen bzw. an den Äußerlichkeiten der Natur, des Seins. Wenn man einmal begriffen hat, wie begrenzt diese Sichtweise ist, kann man sich nur noch davon abwenden.
Ich glaube schon lange nicht mehr all‘ das, was ich sehe. Denn da gibt es viel zu viel Schein, Betrug, „Potemkinsche Dörfer“, Illusionen, Luftschlösser, Vexierbilder des Lebens.

Ich versuche, „alles und jedes“ zu prüfen (vgl. 1. Thessalonicher 5, 21) und warte ab, bis ich die Frucht dessen sehe, mit dem ich da konfrontiert bin. Das führt dazu, dass ich mir nicht sehr schnell eine Meinung bilde, bilden kann. Aber das ist auch nicht immer notwendig. Wichtig ist hingegen, zu einer fairen Einschätzung zu gelangen.

Im Matthäusevangelium wird uns eine solche Prüfungsweise ans Herz gelegt:

„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.

Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“

(Matthäus 7, 16 – 20)

„An ihren Früchten“, d.h. also, dass wir einen guten Baum nicht an seinem starken Stamm, an seiner wundervollen Krone, an seinem vielen Laub etc. etc. pp. erkennen. Wir erkennen ihn an seinen Früchten. Früchte aber wachsen nicht innerhalb von Stunden. Man muss sie reifen lassen. So ist es auch, wenn man gründlich etwas prüfen muss oder prüfen will. Man muss sich Zeit nehmen und die Zusammenhänge gründlich untersuchen. Dabei kann man sich nicht von den Äußerlichkeiten leiten lassen, sondern muss versuchen, zum Kern der Sache, zum eigentlichen Wesen, zu gelangen.

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