Einsatz verloren? Kein Grund zum Aufgeben! (1)

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In Lukas 19, 11 – 27 lesen wir das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden. Dieses Gleichnis scheint auf den ersten Blick mit dem Gleichnis von den Talenten in Matthäus 25, 14 – 30 identisch zu sein. Bei genauer Betrachtung ist dem jedoch nicht so.

Doch ich möchte weder darauf, noch auf die prophetische Dimension dieser Gleichnisse heute eingehen, sondern einen ganz persönlichen Punkt betrachten:

Als es nach der Rückkehr des Herrn zur „Abrechnung“ der anvertrauten Pfunde kommt, treten zwei Knechte vor Ihn und weisen auf das hin, was „sein Pfund“ hervorgebracht hat (die Betonung liegt auf dem Pfund des Herrn, nicht auf der Arbeit der Knechte!). In beiden Fällen können die Knechte auf einen Gewinn verweisen. Dann tritt ein dritter Knecht vor den Herrn und gibt ihm das eine, ihm anvertraute Pfund, zurück:

„Und der andere kam und sagte: Herr, siehe, hier ist dein Pfund, das ich in einem Schweißtuch verwahrt hielt; denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mann bist: Du nimmst, was du nicht hingelegt, und erntest, was du nicht gesät hast.“

(Lukas 19, 21, ÜEB, Hückeswagen)

Dieser Knecht wird streng getadelt und am Ende wird ihm das eine anvertraute Pfund auch noch genommen.

Je mehr in mich in der letzten Zeit mit diesem Gleichnis beschäftigt habe, umso deutlicher wurde mir, dass es Gott in erster Linie darum geht, dass wir – handeln! -. Dies wird m. E. besonders aus der Rüge, die Er gegenüber dem untreuen Knecht ausspricht (Vers 22), deutlich. Auf der Bank hätte das eine Pfund sicherlich nicht so viel an Ertrag durch Zinsen erbracht, wie dies u. U. im freien Handel möglich gewesen wäre. Trotzdem hätte der Herr sich damit zufrieden gegeben. Denn der Knecht hätte dann wenigstens etwas mit dem anvertrauten Pfund getan. So aber hatte er es verborgen. Er hatte sich völlig passiv verhalten. Im Gegensatz dazu waren die beiden anderen Knechte ein großes Risiko eingegangen – sie hatten mit den anvertrauten Pfunden gehandelt und hätten alles verlieren können! Doch sie kannten ihren Herrn. Im Gegensatz zu dem „bösen Knecht“ hatten sie auch kein falsches Bild von ihrem Herrn. Ganz im Gegenteil – sie wussten um die Kraft, die in den anvertrauten Pfunden steckte (vgl. Vers 16: „Der erste aber kam herbei und sagte: Herr, dein Pfund hat zehn Pfunde hinzugewonnen.“ Der Knecht sagte nicht: „Ich habe … hinzugewonnen.“). Der Blick war auf die Güte ihres Herrn gerichtet, der ihnen, in dem Er ihnen diese Pfunde anvertraute, Sein persönlichen Vertrauen (und damit auch Zutrauen in ihr Handeln) schenkte. Die Rechenschaftslegung der beiden ersten Knechte ist von Freude und Dankbarkeit Ihm gegenüber geprägt. Der dritte Knecht jedoch ist von Angst und Bitterkeit gezeichnet. Nichts, aber auch gar nichts in dieser Gleichniserzählung belegt das verkorkste Bild, welches er von seinem Herrn hatte.

Die beiden ersten Knechte hatten im Vertrauen auf ihren Herrn mit den ihnen anvertrauten Pfunden gehandelt. Dabei waren sie ein großes Risiko eingegangen. Nichts deutet jedoch darauf hin, dass der Herr sie, hätten sie dieses eine Pfund verloren, bestraft hätte. Sein Auftrag war ganz klar und eindeutig, vgl. Vers 14: „Handelt bis ich komme.“ Wir lesen hier nichts von Aussagen, wie: „Verliert nur nichts!“ oder: „Macht den größten Gewinn!“ – ganz einfach nur: „Handelt!“

Wie sieht es mit uns aus? Leben und handeln wir im Vertrauen auf unseren Gott? Kennen wir Ihn gut genug, dass wir bereit sind, für Ihn zu handeln, auch wenn wir damit ein Risiko eingehen, uns u. U. vor Menschen lächerlich machen? Und wenn wir in unserem Handeln Fehler machen, was dann? Geben wir auf, ziehen wir uns zurück – oder wagen wir es im Vertrauen auf Gott und Gottes Güte ein zweites Mal? Sind wir „Knechte“, die verstanden haben, dass es Gott in allererster Linie um unser Vertrauen, unsere Liebe zu Ihm und erst dann um unsere sichtbaren „Erfolge“ geht? Oder haben wir – woher auch immer – ein verkorkstes Gottesbild, das uns zu passiven, ängstlichen Bitterpflanzen (Hebräer 12, 15) werden lässt? Was ist uns wichtiger: Ein Leben im Vertrauen auf Gott zu leben – mit dem Risiko, dass wir – menschlich gesehen – versagen können. Oder ein Leben in vermeintlicher Sicherheit, dafür aber auch im Unglauben und in letzter Konsequenz fern von Gott?

Gott sagt Dir: „Handele bis ich komme! – Also: „Tu was!“ und denk‘ dran: Wenn Du Fehler gemacht hast, Deinen Einsatz vielleicht beim ersten Mal verloren hast, dann ist das kein Grund aufzugeben. Du dienst keinem Menschenopfer fordernden Monster, sondern einem Dich liebenden himmlischen Vater! (1. Johannes 2, 1 – 2)

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