Fleischverzehr im Neuen Testament

Translation here.

Nachdem ich das Thema „Fleischverzehr im Alten Testament“ betrachtet habe, möchte ich mich nun dem Neuen Testament zuwenden und beleuchten, was dieses zur Frage des Essens von Fleisch sagt:

Zuerst einmal ist festzustellen, dass Jesus Christus Männer als Jünger berief, die den Beruf eines Fischers ausübten (vgl. Matthäus 4, 18; Markus 1, 16; Lukas 5, 2 f.). Wir finden im gesamten Neuen Testament keine Belegstelle, dass diese Männer, als sie in die Nachfolge Jesu Christi traten, ihren Beruf in dem Sinne aufgeben mussten, dass sie nie mehr fischen würden. Auch finden wir keine Belegstelle, dass sie dem Verzehr von Fisch (oder anderem tierischen Fleisch) abschwören mussten. Ganz im Gegenteil:

Zum einen wird uns berichtet, dass Jesus und seine Jünger vor seinem Tod gemeinsam das „Passah-Mahl“ feierten. Beim „Passah-Mahl“ wird bekanntlich gemeinsam ein Lamm, also Fleisch gegessen (vgl. 2. Mose/Exodus 12, 8; 2. Mose/Exodus 12, 46; Es lohnt sich, das gesamte Kapitel im Zusammenhang zu lesen). Dies war ein ganz klares Gebot des mosaischen Gesetzes und Jesus und seine Jünger befolgten es.
Dann berichtet uns das Johannesevangelium, dass der Jünger Simon Petrus nach der Kreuzigung Jesu wieder fischen ging (vgl. Johannes 21, 3; 21, 8 ) und zwar zusammen mit anderen Jüngern. Bei dieser Gelegenheit begegnet ihm der auferstandene Jesus Christus und bietet ihm ein Essen an, dass aus Brot und Fischen (!) besteht (vgl. Johannes 21, 9 – 14; Es lohnt sich auch hier, das gesamte Kapitel zu lesen). Auch hier wird deutlich, dass weder Jesus Christus selbst, noch die von ihm berufenen Jünger das Essen von tierischem Fleisch ablehnten. Niemand musste, um Jesus Christus nachfolgen zu können, Vegetarier werden.
Daneben ist es interessant zu sehen, dass uns in den Evangelien mehrere Speisungswunder Jesu berichtet werden: Matthäus 14, 14 – 20; Matthäus 15, 29 – 39; Markus 6, 30 – 44; Markus 8, 1 – 9 [Hier ist nur von Broten, die vermehrt werden, die Rede]; Lukas 9, 10 – 17. In der Mehrzahl der Berichte ist nicht allein von der Vermehrung von Brot, sondern auch von der Vermehrung von Fischen (also tierischem Fleisch!) die Rede.
Jesus Christus selbst speiste also hungrige Menschen nicht allein mit Brot, sondern auch mit Fleisch. Natürlich macht Jesus Christus immer deutlich, dass es ihm nicht allein darum geht, den natürlichen Hunger des Menschen zu stillen, sondern dass sein Blick viel weiter und tiefer geht. Es geht ihm, neben der barmherzigen Handlung der Vermehrung natürlicher Nahrung, primär um den geistlichen Hunger des Menschen. Und hier verweist Jesus Christus auf sich als das „Brot, das vom Himmel gekommen ist“ (vgl. Johannes 6, 32; Johannes 6, 51). Er macht damit deutlich, dass der menschliche Hunger nach Lebenserfüllung nur in einer Beziehung zum Schöpfer gestillt werden kann und dass er von Gott gesandt wurde, um den Menschen neu mit Gott, dem Schöpfer, in Verbindung zu bringen (vgl. Johannes 14, 6 – 7; Johannes 3, 1 – 6). Diesen geistlichen Hunger kann weder vegetarische noch ketarische Nahrung stillen. Augustinus, ein Christ aus dem 4. Jahrhundert, hat diesen geistlichen Hunger und die Stillung desselben so beschrieben: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir. denn auf Dich hin hast Du uns geschaffen.“ Darauf kommt es, bei aller Diskussion über die Art und Weise von Nahrung, viel mehr an.
Im nächsten Abschnitt werden ich der Frage nachgehen, was uns das Neue Testament über die Ernährungsgewohnheiten der ersten Christen berichtet.

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