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Gestern konnte man auf Spiel Online lesen, dass die britische Zeitschrift “Mirror” einen Artikel über Josef Fritzel aus Amstetten und seinen Alltag im Gefängnis gebracht habe. In besagtem Artikel hätte der “Mirror” geschrieben, dass Fritzel beim Gefängnisarzt “Anti-Aging-Creme” erbeten und über Schmerzen im Brustbereich geklagt hätte. Wie sich auf Nachfrage beim Sprecher des Gefängnisses herausstellte, hatte man dort nie irgendwelche Auskünfte über Fritzel an den “Mirror” erteilt. Der “Mirror” selbst gab laut SPON an, man habe die Details des Artikels “einer Agenturmeldung” entnommen. Anders gesagt: Man hatte seine Info’s quasi nur vom “Hörensagen” …
…. ganz schön peinlich ….

“Tuscheln und Tratschen am Teich”
Foto: knipseline/pixelio
Als ich dies las, musste ich daran denken, dass mir ein ähnliches Verhalten im Bereich des Glaubens auch immer wieder begegnet:
Da war A. eine engagierte New-Agerin, die mit viel Einsatz ihre Überzeugungen “an den Mann” bzw. “an die Frau” zu bringen versuchte. Anlässlich einer Veranstaltung kam ich mit ihr ins Gespräch. Als ich mich als Christ “outete” ergoss sich ein Schwall von Anschuldigungen über mich: das Christentum sei frauenfeindlich, gewalttätig, machtbesessen – und das waren noch die freundlichen Anklagen, die ich zu hören bekam. Ich nutzte einen Moment, in dem A. Luft holen musste, um sie zu fragen, woher sie diese “Informationen” habe, ob sie davon im Neuen Testament gelesen hätte? Sie erwiderte, dass das doch die Kirchengeschichte beweisen würde. Es folgten die Stichworte “Kreuzritter”, “Hexenverbrennungen” etc. Mein Hinweis, dass die Kirchengeschichte lediglich beweisen würde, dass Menschen, die sich Christen nannten, schreckliche Verbrechen begangen haben, das Neue Testament dies jedoch in keiner Weise lehre, geschweige denn gebiete, sondern – im Gegenteil! – als unchristlich, ja antichristlich, verurteile – lies sie plötzlich sprachlos werden. Gerade der Vorwurf der “Frauenfeindlichkeit” sei, so sagte ich ihr, doch bei Jesus Christus völlig aus der Luft gegriffen. Denn gerade Er hatte ja, ganz im Gegensatz zu den religiösen Führern seiner Zeit, die Rolle der Frau immens aufgewertet. Das Johannes- und das Lukasevangelium legen davon in sehr eindrücklicher Weise Zeugnis ab und das Lukasevangelium wird, weil es so viel über Frauen und Kinder berichtet, auch oft das “Evangelium der Frauen und Kinder” genannt. A. schwieg. Dann brach es ganz aufgewühlt aus ihr hervor: “Aber mein Vater hat mir doch gesagt ….. und der hat doch all’ diese Bücher gelesen!” Aha, da war wieder einmal jemand reingefallen … hatte nur “vom Hörensagen” und dann auch nur eine Ahnung” über den Glauben …. und musste nun feststellen, dass das vielleicht alles so gar nicht stimme, was der “schlaue Herr Papa” einem da so erzählt hatte … Nicht nur peinlich, sondern tragisch, denn all’ ihr Engagement war auf dieser falschen Information aufgebaut.
Es ist erst einige Tage her, als ich in einem Online-Magazin, das sich mit einer speziellen Glaubensgemeinschaft und mit Kultur beschäftigt, las, dass das Lebensmotto eines der Redakteure ein “Bibelvers” (!) sei, der da laute: “Tue recht und scheue niemand”. Aha?!? Eine kurze Recherche mittels einer guten Computerkonkordanz reicht, um zu erfahren das dies kein (!) Bibelvers ist. Zwei Minuten Recherche via Google führen zu der Erkenntnis, dass diese Worte aus einer Spruchweisheit von Joahnn Rittmeyer stammen. In der Bibel stehen sie nicht und die Gesamtaussage der “Lebensregel” Rittmeyers entspricht auch nicht der Botschaft des Evangeliums. Peinlich, peinlich … gerade für den Redakteur eines Magazins, das sich mit dem Glauben befasst …
Aber ich habe ganz und gar keine Veranlassung mich aus der Gruppe derer, die auf Informationen aus zweiter Hand hereingefallen sind, auszuklammern. Jahrelang habe ich an einen Gott geglaubt, der zwar eine so große Liebe für mich hatte, dass er bereit war, seinen eigenen Sohn für mich in den Tod zu geben, der aber, nachdem er mir vergeben hatte, nun von mir absolute Lebens- und Glaubensperfektion verlangte. Diese Information hatte ich nicht aus der Bibel. natürlich nicht, da sucht man nach so etwas vergebens. Ich hatte sie aus Büchern und Erzählungen anderer Mitchristen (die ebenso auf diese Information aus zweiter Hand hereingefallen waren). Peinlich, sehr, sehr peinlich – und nicht nur das! Auch sehr, sehr anstrengend. Was kann es schlimmeres für einen Gläubigen geben, als einem falschen Gottesbild zu folgen?
Na, und – wie ist es mit Ihnen? Würden sie ruhig schlafen, wenn sie täglich nur vom “Hörensagen” wüssten, wie hoch der Stand ihres Bankkontos ist, wenn sie nur vom “Hörensagen” wüssten, dass ihre Frau sie “sicherlich” noch liebt, wenn sie nur vom “Hörensagen” erführen, dass ihr Arzt ihren Gesundheitszustand “als recht gut” einschätzt? Nein, bei existenziell wichtigen Dingen reicht keinem von uns ein Wissen “vom Hörensagen” oder via “Stille Post”! Da gehen wir sofort an die Quelle: ziehen einen aktuellen Bankauszug, fragen unsere Frau oder unseren Arzt persönlich. Da wollen wir Gewissheit haben, da brauchen wir Gewissheit, ja, da VERLAGEN wir Gewissheit! Und das ist auch völlig richtig. Warum tun wir das dann nicht auch bei einem so existenziell wichtigen Thema wie unseren persönlichen Glauben? Warum übernehmen wir da ungeprüft Dinge, die uns Institutionen oder Menschen (und seien sie uns noch so lieb) “vorsetzen”? Warum werden wir da passiv, warum werden wir da “leichtgläubig”? Warum prüfen wir da nicht die Fakten anhand des Neuen Testaments?
Könnte es sein, dass wir uns gar nicht bewusst sind, wie existenziell wichtig, die Frage ist? Könnte es sein, dass andere Dinge uns wichtiger sind? Nun, wenn dem so ist, dann sollten wir aufwachen und zwar möglichst schnell, denn Gott hat schon lange klar gemacht, wie wichtig er uns und unsere, ganz persönliche Entscheidung für Ihn nimmt:
“Ich nehme heute den Himmel und die Erde zu Zeugen gegen euch: das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, auf daß du lebest, du und dein Same,”
Diese Aufforderung galt nicht nur im Alten Testament dem Volk Israel, Jesus Christus hat sie im Neuen Testament für alle Menschen erneuert:
“Wer an ihn (Jesus Christus) glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.”
Hören Sie heute damit auf, in Bezug auf Ihren Glauben nur nach dem “Hörensagen” zu leben. Hören Sie heute damit auf, sich bezüglich dieses existenziell wichtigen Lebensbereiches mit “Informationen” aus “zweiter Hand” zufrieden zu geben. Nehmen Sie heute Ihre Bibel zur Hand und erforschen Sie diese selbst. Nehmen Sie sich heute Zeit zum Gebet, zum Gespräch mit Gott, und bitten Sie Ihn, dass Er Ihnen die Wahrheit zeigt. Dann werden auch Sie erfahren, was Hiob vor vielen Jahrtausenden bezeugte:
“Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun sehe ich dich mit meinen Augen;”
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